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«Archimedes» führt zu mehr als 1000 Verhaftungen

Rob Wainwright von Europol: Mehr als 1000 mutmassliche Kriminelle wurden verhaftet.  Keystone

Der griechische Mathematiker ist Namenspatron der grössten Europol-Operation aller Zeiten. 33 Staaten waren beteiligt, darunter auch die Schweiz.

Veröffentlicht am 24.09.2014

Der europäischen Polizeibehörde Europol ist mit den nationalen Behörden ein gewaltiger Schlag gegen die Organisierte Kriminalität gelungen. Bei der bisher grössten Aktion in Europa, «Operation Archimedes», von 15. bis 23. September seien mehr als 1000 Festnahmen erfolgt, teilte Europol am Mittwoch in Den Haag mit.

Die Tatbestände reichen von Menschenhandel, Beihilfe zu illegaler Migration, Drogen- und Waffenhandel, synthetischen Drogen, Mehrwertsteuerbetrug und Produktfälschungen bis zu Cyber-Verbrechen. Auch Eigentumsdelikte seien aufgedeckt worden.

Schweiz ist auch dabei

20 Prozent der Festgenommenen seien in mehrere Verbrechen verwickelt. An der gemeinsamen Polizeiaktion beteiligten sich neben allen 28 EU-Staaten auch die Schweiz, USA, Kolumbien, Australien, Norwegen und Serbien.

Die Ermittler nahmen 1027 Personen fest und beschlagnahmten 599 Kilogramm Kokain, 200 Kilogramm Heroin, 1,3 Tonnen Cannabis und 17 Luxusautos sowie mehr als eine Million Euro in Bargeld, wie Europol schreibt. 30 rumänische Kinder seien aus der Gewalt von Menschenhändlern befreit worden; sie sollten sexuell, zur Arbeit, zum Stehlen und zum Betteln ausgebeutet werden.

Über 20'000 Beamte im Einsatz

«Operation Archimedes ist ein Meilenstein im Versuch der Behörden, in abgestimmten Aktionen gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen», wird Europol-Direktor Rob Wainwright zitiert. Er erwartet weitere Festnahmen in den nächsten Tagen und Wochen.

An der Operation wirkten mehr als 20'000 Beamte mit, am Sitz von Europol in Den Haag waren 150 Beamte an der «Operation Archimedes» beteiligt. Die Sicherheitsbeamten traten in mehr als 300 Aktionen an über 260 Orten, darunter Städte und Flughäfen, in Erscheinung.

Grösste koordinierte Aktion aller Zeiten

«Das ist die grösste koordinierte Operation gegen das organisierte Verbrechen in Europa», so Wainwright. Unterstützung bekamen die Polizeibehörden auch durch die EU-Justizbehörde Eurojust und durch die EU-Grenzschutzagentur Frontex.

Wainwright sagte, die meisten Festnahmen seien im Mittelmeerraum und in Osteuropa erfolgt. So wurden in Spanien mehr als 250 Personen festgenommen, in Bulgarien fast 200. Es sei gelungen, ganze Netzwerke für die illegale Migration und für Kinderhandel zu zerschlagen.

Die Ergebnisse würden zeigen, dass die moderne Kriminalität global und «multi-kriminell» agiere: «Wir sehen eine integriertere kriminelle Wirtschaft, die nicht mehr nur auf Drogen spezialisiert ist.»

(sda/ise/ama)

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