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Politik

Assange: Asyl in Ecuador, Demo in London

Julian Assange sitzt derzeit in London fest. (Bild: Keystone)

Seit Mitte Juni sitzt Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London, um sich vor seiner Auslieferung an Schweden zu schützen. Nun gewährt ihm das südamerikanische Land politisch

Veröffentlicht am 16.08.2012

Ecuador gewährt dem in seine Botschaft in London geflüchteten Wikileaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl. Dies teilte Aussenminister Ricardo Patiño mit. Assange hält sich seit dem 19. Juni in Ecuadors Botschaft auf, weil er von Grossbritannien nach Schweden ausgeliefert werden soll.

Dort will ihn die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung vernehmen. Assange fürchtet, in Schweden würde ihn kein fairer Prozess erwarten. Unter Umständen könne er von dort auch in die USA überstellt werden, wo er wegen der Veröffentlichung zahlreicher Geheimdokumente zum Tode verurteilt werden könne.

Im Konflikt um den Wikileaks-Gründer Julian Assange haben zudem Netzaktivisten der Anonymous-Bewegung ihre Anhänger dazu aufgerufen, sich vor der Botschaft Ecuadors in London zu versammeln.

«Wenn Ihr gerade in London seid oder dort jemand kennt: Begebt Euch jetzt zur ecuadorianischen Botschaft», forderte Anonymous im Kurzmitteilungsdienst Twitter. «Jetzt ist es Zeit.»

In anderen Äusserungen aus Kreisen der Anonymous-Bewegung wurde die Entscheidung Ecuadors begrüsst, Assange Asyl zu gewähren. Scharf kritisiert wurde hingegen die Haltung der britischen Regierung, die über mehrere gerichtliche Instanzen hinweg beschlossene Auslieferung Assanges nach Schweden durchzusetzen.

Dort wird ihm vorgeworfen, im Sommer 2010 zwei Frauen sexuell belästigt und in einem Fall vergewaltigt zu haben. Assange bestreitet dies. Er befürchtet, dass einem Verhör in Schweden die Auslieferung in die USA folgen könnte.

Die von Assange gegründete Enthüllungsplattform Wikileaks hat 2010 mehr als 200'000 interne Depeschen von US-Botschaften in aller Welt veröffentlicht, was von den USA scharf kritisiert wurde. Der mutmassliche Wikileaks-Informant Bradley Manning muss sich demnächst vor einem Militärgericht in den USA verantworten.

(vst/jev/chb/sda)

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