Zwei Jahre nach dem Flüchtlingsjahr 2015 verstärkt Deutschland seine Bestrebungen, Asylsuchende ohne Bleiberecht in andere Staaten abzuschieben. Das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge habe die entsprechenden Verfahren zentralisiert und die verantwortliche Abteilung personell verstärkt, sagt eine Sprecherin der «NZZ am Sonntag».

Diese Bestrebungen spürt jetzt auch die Schweiz. Seit Anfang Jahr hat sie von Deutschland knapp 1900 Ersuchen zur Abschiebung von Asylsuchenden erhalten. Das sind rund 70 Prozent mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Die Zahl der tatsächlich vollzogenen Abschiebungen aus Deutschland in die Schweiz ist gegenüber dem letzten Jahr sogar um 185 Prozent gestiegen, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf die neusten Statistiken des Staatssekretariats für Migration schreibt.

Die Schweiz hatte sich 2015 bereit erklärt, im Rahmen des Umverteilungsprogramms 1500 Flüchtlinge aus anderen Ländern aufzunehmen. Seitdem hat die Schweiz 1145 Asylbewerber auf diesem Wege aufgenommen, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) vergangene Woche bekannt gab. Die Schweiz erfüllt ihre Verpflichtung damit in einem grösseren Mass als viele EU-Staaten.

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(me)