Bisher unveröffentlichte Zahlen einer internen Erhebung des Staatssekretariats für Migration, welche die «Schweiz am Sonntag» in ihrer aktuellen Ausgabe publik macht, zeigen: Viele Flüchtlinge, die in die Schweiz kommen, verfügen über eine Ausbildung und Berufserfahrung.

Im Rahmen eines Pilotprojekts «Potenziale nutzen – Nachholbildung» wurden 423 Personen mit einem frischen Asylentscheid beziehungsweise einer vorläufigen Aufnahme über Ausbildung und berufliche Erfahrung befragt. Dabei zeigte sich, dass mehr als die Hälfte der Flüchtlinge über mehrjährige Berufserfahrung verfügt.

Sieben Prozent haben Uniabschluss

Sieben Prozent der Flüchtlinge konnten gar einen Universitätsabschluss vorweisen. Weitere zwei Prozent haben an einer Fachhochschule studiert. Einer von zehn Befragten hat zudem entweder ein Gymnasium besucht oder einen Beruf erlernt.

Obwohl sich die Zusammensetzung der ankommenden Flüchtlinge laufend verändert, geht das Staatssekretariat für Migration davon aus, dass die Ergebnisse ihrer internen Recherche ein realistisches Bild zeichnen.

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Potenzial besser nutzen

Dieses Potenzial wollen Personalvermittler in Europa nun besser nutzen. In Deutschland fordern Arbeitgeber, Flüchtlinge schneller und unkomplizierter in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Nun werden auch erste Stimmen aus der Schweiz laut.

Patrick Maier, Chef der Schweizer Niederlassung des Personalvermittlers Manpower sagt: «Ich begrüsse jede Möglichkeit den Talentpool zu vergrössern. Dazu gehört auch den Zugang für Menschen zu verbessern, die erst seit kurzen in der Schweiz sind.»

Über 80 Prozent beziehen Sozialhilfe

Die Integration von Flüchtlingen könnte nicht nur den Fachkräftemangel lindern, sondern auch die Sozialhilfe entlasten. Denn über 80 Prozent der Asylsuchenden beziehen Sozialhilfe, wie eine Studie des Bundesamtes für Statistik ergab.

(gku)