Nach drei Monaten Betrieb ziehen Bund, Stadt und Betreuer eine positive Bilanz über die Bundesunterkunft für Asylbewerbende im aargauischen Bremgarten. Der Betrieb verlaufe ohne Probleme. Auch die Befürchtungen der Bevölkerung seien unbegründet gewesen.

Die 150 Plätze umfassende Unterkunft im Truppenlager beim Waffenplatz Bremgarten war am 5. August offiziell eröffnet worden. Es handelte sich um die erste Einrichtung des Bundes nach neuem Asylgesetz, das am 9. Juni vom Schweizer Volk an der Urne angenommen worden ist.

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Derzeit sind 113 Asylsuchende in Bremgarten untergebracht, wie die Verantwortlichen am Dienstag bei einem Medienrundgang sagten. Die Belegung beträgt durchschnittlich 80 bis 90 Prozent. In Bremgarten halten sich derzeit Personen aus Nordafrika, Eritrea, Äthiopien, Afghanistan, Pakistan, Kongo, Russland und aus dem Balkan auf.

Bis 15 Prozent verschwinden

Der Druck sei nicht mehr so gross, wie vor ein paar Monaten, da die Asylgesuchszahlen abgenommen hätten, sagte Michael Glauser, Sprecher des Bundesamtes für Migration (BFM). Wie bei anderen Asylunterkünften verschwinden rund 12 bis 15 Prozent derjenigen Leute, welche der Unterkunft Bremgarten zugewiesen wurden.

Die Asylsuchenden werden von 17 Personen betreut, die sich 13,5 Stellen teilen. Dazu kommt Sicherheitspersonal für eine Bewachung rund um die Uhr. Zahlen dazu wollten die Verantwortlichen nicht bekannt geben.

Schwarze Abdeckungen verhindern eine Sicht von aussen auf die Asylunterkunft. Der Zugang erfolgt über zwei Tore. Selbst die Medienvertreter mussten sich am Dienstag vor dem Betreten der Anlage ausweisen.

Keine Probleme

Positiv zum Betrieb äusserte sich auch der Bremgarter Stadtammann Raymond Tellenbach (FDP), der im Vorfeld der Eröffnung skeptische Töne angeschlagen hatte. Es sei in Bremgarten zu praktisch keinen Problemen gekommen, sagte er.

Lediglich die Zahl der Ladendiebstähle habe sich leicht erhöht. Dabei handle es sich allerdings um Bagatellfälle. Die Sicherheit der Bevölkerung sei jederzeit gewährleistet gewesen. Die Asylbewerber verhielten sich in der Stadt sonst anständig und hielten die Sperrzonen ein.

Missverständnisse ausgeräumt

Bezüglich der Sperrzonen mussten die Stadt Bremgarten und das Bundesamt für Migration allerdings kurz nach der Inbetriebnahme der Unterkunft Unklarheiten ausräumen. Als Tabuzonen gelten, wie in einer Vereinbarung festgelegt, die Schul- und Sportanlagen.

Der Zutritt in diese Zonen sind aber für Asylsuchende in Begleitung einer Betreuungsperson möglich. Bibliotheken, Plätze oder Kirchen dürfen jederzeit betreten werden.

Nichts mit der Asylunterkunft zu tun hat ein Vorfall, der sich Ende Oktober in Bremgarten abspielte. Ein Asylbewerber ohne Bahnbillett griff zwei Kontrolleure der Bremgarten-Dietikon-Bahn an. Der 40-jährige Serben war wegen eines Einreiseverbotes zur Verhaftung ausgeschrieben.

(sda/vst/tke)