Die Parlamentssitzung am Sonntagabend wurde von stundenlangen Ausschreitungen im Zentrum von Athen überschattet. Nachdem anfangs Zehntausende Demonstranten noch friedlich gegen geplante Lohnkürzungen und Entlassungen auf die Strasse gegangen waren, lieferten sich danach Vermummte bis weit in die Nacht Strassenschlachten mit der Polizei.

Mindestens zehn Gebäude gingen in Flammen auf, Plünderer verwüsteten Dutzende Geschäfte. Flammen schlugen unter anderem aus dem 1870 erbauten Attikon-Kino. Die Polizei setzte Blendgranaten ein. Mindestens 80 Menschen, darunter 30 Polizisten wurden verletzt.

Es waren die schlimmsten Ausschreitungen seit Jahren. 23 mutmassliche Unruhestifter wurden festgenommen, weitere 25 kamen in Gewahrsam. Dem staatlichen Fernsehen zufolge griff die Gewalt auch auf die Inseln Korfu und Kreta über.

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Papademos verurteilt Gewalt

Papademos verurteilte die schweren Ausschreitungen. «Die Gewalt und die Ausschreitungen haben in einer Demokratie keinen Platz», sagte er vor dem Parlament. Die Abgeordneten nähmen ihre Verantwortung wahr, um gemeinsam mit der EU Fortschritte zu erzielen, verteidigte Papademos das geplante Sparpaket.

Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Widerstände in der Gesellschaft gegen das Spardiktat der internationalen Geldgeber. «Die fehlende Anerkennung der Bemühungen der Griechen und die ständige Kritik einiger Partner erzeugt Empörung unter den Griechen.»

(vst/laf/sda)