In Athen rauchen die Köpfe: Griechenlands Regierung arbeitet mit den Banken mit Hochdruck an einer einvernehmlichen Lösung. Das marode Land strebt einen Schuldenschnitt an.

Allerdings muss Griechenland bereits einen ersten Rückschlag hinnehmen. Mit einem Abschluss der Verhandlungen ist erst nächste Woche zu rechnen. Der Grund: Der internationale Bankenverband IIF spricht von «ungelösten Kernpunkten». Griechischen Quellen zufolge geht es dabei um den Zinssatz der neuen Anleihen, die nach dem Schuldenschnitt von 50 Prozent die alten Papiere ersetzen sollen. Darüber hinaus wird um Garantien, dass es keinen weiteren Schuldenschnitt gibt, gestritten. Ausserdem werde verhandelt, ob bei möglichen juristischen Verwicklungen griechisches oder - wie die Banken fordern - britisches Recht gelten soll.

Griechenland braucht Schuldenschnitt

Die Umschuldung Griechenland gilt als entscheidender Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm und ist auch Voraussetzung für weitere Hilfskredite. Das Problem ist aber; Die Investoren haben bei einer Einigung mit dem IIF Zeit um zu entscheiden, ob sie überhaupt am Schuldenschnitt teilnehmen. In diesem Zusammenhang weigern sich Medienberichten zufolge vor allem Hedgefonds und setzen entweder auf die volle Auszahlung der griechischen Schulden oder die Auszahlung aus Ausfallversicherungen. Deswegen könnte der Schuldenschnitt das angepeilte Ziel von 100 Milliarden Euro verfehlen. Dann wären zusätzliche Hilfen für Athen nötig.

Ungarn lenkt teilweise ein

Gleichzeitig kämpft das arg gebeutelte Ungarn um Kredite und Hilfen von der europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Ungarn hatte sich zunächst gewehrt, dafür eine Verfassungsänderung, worin der Einfluss der Regierung in Budapest auf Zentralbank und andere Einrichtungen verstärkt wurde, zu ändern. Die EU und der IWF bestehen aber auf eine solche Gesetzesänderung. Will heissen: Ohne Gesetzesänderungen werden die Hilfszahlungen in Höhe von 20 Milliarden Euro an Ungarn nicht fliessen. 

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Nun hat sich der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban bereit erklärt, die Gesetze teilweise zu ändern. Seine Regierung sei damit einverstanden, «eine gewisse Anzahl» der Forderungen der EU anzunehmen, sagte Orban am Freitag im ungarischen Fernsehen. Nachdem die Staatsverschuldung Ungarns völlig aus dem Ruder gelaufen war, ist das Land auf finanzielle Hilfen aus dem Ausland angewiesen. Bereits 2008 musste das Land mit 20 Milliarden Euro gestützt werden.

(muv/awp/sda)