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Schwarzgeld
Athen-Reise: Bern will Steuerabkommen

Staatssekretär de Watteville und Finanzminister Varoufakis: Sie treffen in Athen aufeinander.Keystone

In der kommenden Woche reisen Berner Verhandlungsführer nach Griechenland, um mit Athen eine Lösung für unversteuerte hellenische Vermögen in der Schweiz zu finden. Bald könnte ein Abkommen folgen.

Von Jorgos Brouzos
am 22.04.2015

Am 28. April werden Schweizer Verhandlungsführer nach Athen reisen, um mit Griechenland eine Lösung für die unversteuerte Vermögen griechischer Steuerpflichtiger auf Schweizer Konten zu finden. Dies berichtet die „Handelszeitung“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Es ist bereits die zweite Reise in diesem Jahr.

«Diesmal werden die Gespräche, direkt mit dem Finanzministerium weitergeführt», sagt Mario Tuor vom Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF).  Für die Schweiz wird wohl Staatssekretär Jacques de Watteville für die Schweiz nach Athen reisen. Finanzminister Gianis Varoufakis und Anti-Korruptions-Minister Panagiotis Nikoloudis vertreten die griechische Seite.

Schätzungen über griechisches Geld in der Schweiz

Bereits im Sommer könnte es zu einem Abkommen kommen, heisst es aus Verhandlungskreisen, obschon sich die Delegationen bedeckt halten. Mit einer solchen Regel, können Griechen ihr Schwarzgeld leichter legalisieren. Diese Vermögen beflügeln seit Ausbruch der Wirtschaftskrise die Fantasie. Die Schätzungen, wie viel Geld sich in der Schweiz befinden soll, reichen bis zu 250 Milliarden Euro.

Bereits seit 2011 laufen zwischen Bern und Athen Gespräche über eine Abgeltungssteuer. Nachdem die letzten griechischen Regierungen die Verhandlungen nicht zum Abschluss brachten, scheint nun die neue Regierung von Premier Alexis Tsipras ein stärkeres Interesse zu haben. Vorbild für ein mögliches Steuerabkommen zwischen Bern und Athen ist das mögliche Abkommen mit Italien.

Vorauszahlung an Griechenland?

Offenbar ist aus Schweizer Sicht die Auferlegung einer rückwirkenden Abgeltungssteuer auf die Vermögenswerte kein Thema mehr. Das, sowie eine Vorauszahlung an Griechenland, wäre für die griechische Seite wegen des dringenden Geldbedarfs in Griechenland die bessere Lösung.

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