Griechenland und seine internationalen Geldgeber haben sich im Rahmen der Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket auf die Ziele für den Primärüberschuss in den kommenden zwei Jahren verständigt. 2016 soll dieser demnach 0,5 Prozent und 2017 ein Prozent betragen.

Das sagte ein hochrangiger griechischer Regierungsvertreter am Montagabend. Ökonomen betrachten beim Primärüberschuss den Haushalt eines Landes ohne Zinszahlungen. Für 2018 seien 3,5 Prozent vorgesehen. In diesem Jahr könne sich Athen noch ein Defizit von 0,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Primärhaushalt erlauben. Für 2017 hatte ein Sprecher zuvor eine abweichende Prozentzahl genannt.

Seit 31. Juli am Feilschen

Griechenland und die Vertreter der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) verhandeln derzeit die Bedingungen für ein drittes Hilfspaket von bis zu 86 Milliarden Euro. Griechenlands Regierung will eine Grundsatzvereinbarung für das Programm spätestens am Dienstagmorgen präsentieren. Gelingt das, könnte das Land aus diesen Finanzhilfen die am 20. August fälligen Milliarden-Rückzahlungen an die EZB leisten.

In der Nacht zu Montag hatte nach Darstellung eines weiteren Regierungsbeamten in Athen die Schlussrunde der Verhandlungen begonnen. Unklar sind aber noch wichtige Punkte wie das Gesamtvolumen, die Grösse der Einzel-Zahlungen, Details der Bankensanierung und die Privatisierungen.

Die griechische Regierung hatte die Verhandlungen mit der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank (EZB), dem EU-Rettungsfonds ESM und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) am 31. Juli aufgenommen. Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos hatte am Montagabend gesagt, es werde «bald» eine Einigung geben. In EU-Kreisen hatte es bereits am Sonntag geheissen, dass schon am Dienstag eine Einigung stehen könnte.

(sda/chb/gku)

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