Die Gespräche zum iranischen Atomprogramm in einem Genfer Luxushotel könnten abgehört worden sein. Die Bundesanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen Unbekannt eröffnet - wegen Verdachts auf verbotenen politischen Nachrichtendienst.

André Marty, der Sprecher der Bundesanwaltschaft, bestätigte am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda einen Bericht von Radio SRF. Der Bundesrat habe die Bundesanwaltschaft am 6. Mai zur Verfahrenseröffnung ermächtigt. Auslöser war ein Amtsbericht des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB).

Nach Computerviren überprüft

Am 12. Mai habe in diesem Verfahren in Genf eine Hausdurchsuchung stattgefunden, in dessen Rahmen IT-Material beschlagnahmt worden sei, sagte Marty. "Ziel dieser Hausdurchsuchung war es, einerseits Informationen sicherzustellen und anderseits festzustellen, ob durch Schadsoftware IT-Systeme infiziert worden sind."

Weitere Informationen zu diesem laufenden Verfahren könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben werden. Wer hinter der mutmasslichen Cyberspionage steckt, ist nicht bekannt.

An den Gesprächen Anfang Jahr hatten die Aussenminister der USA, Grossbritanniens, Frankreichs, Chinas, Russlands und Deutschlands teilgenommen.

(sda/mbü/ama)