Der am Sonntag vor dem italienischen Regierungssitz in Rom festgenommene 49-jährige Mann hatte rund 50 Schuss Munition bei sich. «Es hätte ein Massaker werden können», meinten Justizbeamte laut der Zeitung «Corriere della Sera». 

Mit seiner Pistole mit abgefeilter Registriernummer gab der Schütze sieben Schüsse ab. Weitere Projektile trug er in einem kleinen Koffer und in seinen Taschen. Bei seiner Einvernahme durch die Behörden gab der Täter an, die Idee zu dem Anschlag sei ihm vor 20 Tagen gekommen. «Ich wollte die Politiker treffen, uns geht es schlecht und sie helfen uns nicht», erklärte der Mann.

Nachdem er jedoch nicht an Politiker herankam, schoss er auf zwei Carabinieri und verletzte diese sowie eine schwangere Passantin. Einer der beiden Ordnungshüter wurde am Hals getroffen. Der 50-Jährige erlitt eine Rückenmarksverletzung und könnte gelähmt bleiben.

Vertrauensfrage am Nachmittag

Einen Tag nach Vereidigung der neuen Regierung gibt Italiens Ministerpräsident Enrico Letta heute Nachmittag in Rom eine Regierungserklärung ab. Anschliessend muss sich der Linksliberale im Abgeordnetenhaus einem Vertrauensvotum stellen.

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Seine Demokratische Partei (PD) hatte zwar vor zwei Monaten die Parlamentswahlen gewonnen, verfügt im Senat jedoch über keine Mehrheit. Letta will das Land nun mit einer grossen Koalition aus der Krise führen.

Staatspräsident Giorgio Napolitano hatte die neue Regierung am Sonntag vereidigt. Damit regiert in Italien zum ersten Mal seit 1947 ein Bündnis linker und rechter Kräfte, darunter Silvio Berlusconis Mitte-Rechts-Partei PdL (Volk der Freiheit) und die kleine Zentrumspartei des bisherigen Ministerpräsidenten Mario Monti.

(tno/sda)