Präsidentin Michelle Bachelet äusserte sich erschüttert über die Tat, mahnte aber gleichzeitig zur Ruhe. Der Sprengsatz explodierte zur Mittagszeit in einem Abschnitt mit mehreren Imbissständen in der Station Escuela Militar der Metro von Santiago de Chile. Die aus einem Feuerlöscher und einem Zeitzünder gefertigte Bombe war in einem Mülleimer deponiert worden. Eine Frau wurde durch die Explosion mehrere Finger abgerissen. Sechs der Verletzten erlitten Hörschäden.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Als Verdächtige gelten nach Regierungsangaben zwei junge Männer, die nach der Explosion mit einem Auto flüchteten. Regierungssprecher Álvaro Elizalde sagte, es bestehe kein Zweifel daran, dass es sich um einen Terrorakt handle. Bachelet verurteilte das «abscheuliche» und «feige» Vorgehen der Täter, die auch den Tod unschuldiger Menschen in Kauf genommen hätten. «Chile ist und bleibt ein sicheres Land», betonte sie weiter.

«Versucht, unschuldige Menschen zu töten»

Innenminimister Rodrigo Peñailillo versprach, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. «Diese Leute haben versucht, unschuldige Menschen zu töten», sagte er. In den vergangenen fünf Jahren explodierten in Chile mehr als hundert selbstgebaute Bomben, die meist nur leichte Schäden an Geldautomaten, Schulen, Restaurants oder Botschaftsgebäuden verursachten. Mehrfach bekannten sich anarchistische Gruppen zu den Anschlägen. Am 11. September wird der 41. Jahrestag des Staatsstreichs gegen den Präsidenten Salvador Allende begangen.

Nach einer Explosion in einem U-Bahnwaggon Mitte Juli hatte die Regierung die Sicherheitsvorkehrungen verschärft und einen Sonderermittler eingesetzt. Der am Montag verwendete Sprengsatz ähnele dem im Juli eingesetzten Bombe, sagte der mit den Untersuchungen beauftragte Staatsanwalt Francisco Bravo.

(sda/se)

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