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Sicherheit
«Auch die Schweiz ist verwundbar»

Kurt R. Spillmann: « «Irgendwo ein Informationsfragment.»  Keystone

Der emeritierte ETH-Professor für Sicherheitspolitik Kurt R. Spillmann hält auch die Schweiz für verwundbar. Das Land stehe aber nicht ganz oben auf der Liste der Terroristen.

Veröffentlicht am 14.11.2015

Gemäss Sicherheitsexperte Kurt R. Spillmann ist auch die Schweiz verwundbar - als Teil des westlichen, offenen Systems. Allerdings stehe sie nicht ganz oben auf der Liste der Terroristen. Dennoch rät er, Sicherheitskooperationen sowie insbesondere elektronische Überwachungen zu verstärken.

Wie der emeritierter Professor für Sicherheitspolitik und Konfliktforschung an der ETH Zürich am Samstag der Nachrichtenagentur sda sagte, ist es ganz wichtig «technisch auf der Höhe zu sein, um sicherheitsrelevante Informationen rechtzeitig ausfiltern und an die richtigen Stellen weiterleiten zu können».

Hohe Kosten

Spillmann hält es für sehr wahrscheinlich, dass in Frankreich «irgendwo ein Informationsfragment» vorhanden war, das Hinweise auf die Anschläge enthielt. Im Wust der Datenflut sei es dann wohl untergegangen. Fachleute sprechen in diesem Fall vom Pearl-Harbor-Effekt.

Gemäss Spillmann ist die Verstärkung der elektronischen Überwachung «natürlich mit Kosten verbunden». Ausserdem müssten Gesetze verschärft werden. Hier seien Juristen und die Politik gefordert. Spillmann hält es jedoch angesichts der Ereignisse in Paris für angebracht, die Situation zur Überwachung von potentiell gefährlichen Personen zu intensivieren.

Zwar stehe die Schweiz nicht im Fokus der Terroristen. Sie habe sich im Kampf gegen den Dschihad und den Islamismus «nie exponiert», sondern gelte eher als Islam freundlich. In Zürich gebe es ja seit über 50 Jahren eine Moschee. Dennoch sei sie als Teil der westlichen Welt «ebenfalls verwundbar».

Wie Spillmann gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagte, ist die Bekämpfung des IS in Syrien und im Irak immens wichtig. «Solange der IS ein Territorium hat, so lange gescheiterte Staaten, zu denen nun auch Libyen zählt, als Operationsbasis dienen können, sind die Terroristen im Vorteil, weil sie eine Rückzugsmöglichkeit haben. Diese muss ihnen genommen werden.»

(sda/chb)

 

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