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Politik

Auch Schweizer hätten unter dem Steuerdeal mit Deutschland zu leiden

Im Steuerbakommen ist von «in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen Personen» die Rede. (Bild: Keystone)

Die SPD läuft gegen das Steuerabkommen mit der Schweiz Sturm. Nun zeigt sich: Auch Schweizer Staatsbürger bekämen die Auswirkungen des Abkommens zu spüren.

Veröffentlicht am 21.09.2012

Der Steuerstreit zwischen Deutschland und der Schweiz sorgt bei den mutmasslichen Steuersündern aus der Bundesrepublik für Unruhe - aber nicht nur: Das umstrittene Abkommen betrifft auch Schweizer. 

Laut Bundesrat sollen zwar nur «ausländische Steuerpflichtige» gemäss den Regeln ihres Wohnsitzlands besteuert werden. Im Vertragstext ist aber von «in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen Personen» die Rede – darunter fallen auch nach Deutschland ausgewanderte Schweizer, die ein Konto bei 
einer Schweizer Bank haben. Das berichtet der «Beobachter».

Die Postfinance interpretiert das Abkommen denn auch genau in diesem Sinn: Das Finanzinstitut fordert all seine Kunden mit deutschem Wohnsitz auf, sich bis Ende Oktober zu entscheiden, ob sie ihr Konto behalten wollen oder nicht. 

Wollen die betroffenen Kunden der Postfinance die Treue halten, will das Finanzhaus die Kundendaten an die deutschen Behörden weiterleiten. Andernfalls droht die Postfinance den Kunden mit der Auflösung der Geschäftsbeziehung. 

Immerhin versichert Postfinance, dass 
die Daten nicht nach Berlin ­geschickt würden, falls das Steuerabkommen im Papierkorb landet.

(muv/jev)

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