Nach der früheren Aussenministerin Hillary Clinton hat auch der amtierende Verteidigungsminister Ashton Carter sein privates E-Mail-Konto für dienstliche Zwecke genutzt. Carter räumte in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS ein, dass er einen «Fehler» gemacht habe.

Allerdings habe keine der E-Mails geheime Informationen enthalten. «Ich muss mich bei Fragen der Cybersicherheit an die absolut striktesten Standards halten», sagte Carter während eines Besuchs im Irak. «In diesem Fall habe ich das nicht gemacht. Das ist ein Fehler, den ich mir vollkommen selbst zuzuschreiben habe.»

Untersuchung angekündigt

Sein Sprecher Peter Cook teilte mit, der Pentagon-Chef habe zu Beginn des Jahres «gelegentlich» seine private E-Mail für die Arbeit genutzt. Dabei habe er seine dienstliche Adresse immer in Kopie gesetzt, um sicherzustellen, dass die Dokumente archiviert werden können.

Carters Eingeständnis kommt nach der Affäre um die E-Mail-Nutzung der früheren Aussenministerin Clinton. Die Favoritin für die demokratische Präsidentschaftskandidatur hatte im März zugegeben, während ihrer Zeit als Chefdiplomatin von 2009 bis 2013 keine dienstliche E-Mail-Adresse verwendet zu haben.

Kritik erfolgte postwendend

Die Republikaner werfen ihr vor, die private Adresse benutzt zu haben, um ihre Korrespondenz unter Verschluss zu halten. Clinton erklärte dagegen, sie habe dies aus Bequemlichkeit getan, um ein einziges Smartphone verwenden zu können.

Auch Carters E-Mail-Nutzung sorgte für Kritik unter Republikanern, die warnten, dass vertrauliche Informationen in die Hände von Hackern geraten sein könnten. Der einflussreiche Senator John McCain kündigte an, dass der Streitkräfteausschuss des Senats eine Untersuchung einleiten werde. Der Ausschuss habe Kopien der E-Mails angefordert und werde prüfen, ob gegen Regeln der Geheimhaltung verstossen worden sei.

(sda/mbü)