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Studie
Auf der Welt gibt es weniger Arme

Ein Elendsviertel in Indien: Hier ist die Mittelschicht nicht stark gewachsen. Keystone

Weltweit gibt es weniger arme Menschen: Vor allem Chinesen, Südamerikaner und Osteuropäer schafften es in die Mittelschicht. Doch: Immer noch leben fast alle Reichen in Europa und Nordamerika.

Veröffentlicht am 09.07.2015

Der Kampf gegen die Armut hat im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends Fortschritte gemacht. Von 2001 bis 2011 habe es «einen historischen Rückgang der globalen Armut» gegeben, heisst es in der Studie des US-Instituts Pew Research Center.

Der Anteil der Weltbevölkerung, die mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen muss und daher als «arm» eingestuft wird, sei in dem Zeitraum von 29 auf 15 Prozent zurückgegangen. Allerdings erreichten die meisten Aufsteiger nur die nächsthöhere Einkommensstufe von zwei bis zehn Dollar täglich.

Nur langsame Fortschritte

Ein solches niedriges Einkommen hatten der Studie zufolge 2011 insgesamt 56 Prozent der Weltbevölkerung. 2001 waren es demnach 50 Prozent gewesen.

Der Anteil der Menschen mit mittlerem Einkommen und Einkommen im oberen mittleren Bereich zwischen zehn und 50 Dollar stieg der Untersuchung zufolge im gleichen Zeitraum von 14 auf 22 Prozent. Die Bemühungen, weltweit eine stabile Mittelschicht zu etablieren, kämen aber nur langsam voran, konstatierte das Forschungsinstitut.

Die Ungleichheit bleibt bestehen

Den grössten Zuwachs an Aufstiegen aus der Armut in die Mittelschicht waren laut Pew Research in China, Südamerika und Osteuropa festzustellen. In Indien, Südostasien und Zentralamerika habe sich die Mittelschicht hingegen kaum vergrössert.

Trotz der Fortschritte sieht das Pew Research Center weiter Handlungsbedarf. Die Kluft zwischen den Lebensbedingungen der Industrieländer und der Schwellen- und Entwicklungsländer habe sich im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts «kaum verkleinert». 2001 hätten 91 Prozent der reichsten Menschen der Welt in Nordamerika und Europa gelebt, 2011 lag der Anteil den Angaben zufolge bei 87 Prozent.

(sda/mbü/ama)

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