Die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge will in den nächsten Monaten Regeln erlassen, die für mehr Transparenz bei den Vermögensverwaltungskosten der Pensionskassen sorgen. Eine Studie zeigt nun auf, in welche Richtung es gehen könnte.

Die veröffentlichte Studie schlägt Kriterien vor, um die verschiedenen Anlagenarten zu unterscheiden und zu bestimmen, welche Anlageprodukte als transparent und welche als intransparent gelten.

Die Pensionskassen sollen künftig jede intransparente Anlage im Anhang der Jahresrechnung aufführen müssen. Die Kosten der als transparent geltenden Anlageprodukte sollen sie als kapitalgewichteten Gesamtbetrag aufführen können.

Anreiz für transparente Produkte

Das Ziel sei eine höhere Transparenz über die tatsächlichen Kosten, heisst es in der Studie. Indirekt könne so auch eine höhere Effizienz bei der Kostenkontrolle herbeigeführt werden. Ausserdem sollen die empfohlenen Regeln auf die Ausgeber von intransparenten Anlageprodukten als Anreiz wirken, «die Informationsasymmetrien zum Nachteil der Anleger zu verringern».

In Auftrag gegeben hatte die Studie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Es wollte wissen, welche Anlageinstrumente Kosten verursachen, die bislang nicht in der Betriebsrechnung von Vorsorgeeinrichtungen ausgewiesen wurden.

Umstrittene Verwaltungskosten

Die Vermögensverwaltungskosten der Pensionskassen geben immer wieder zu reden. Eine BSV-Studie hatte zeigt, dass die Kosten deutlich höher sind als in der Pensionskassenstatistik ausgewiesen.

Im Frühjahr 2010 verabschiedete das Parlament Bestimmungen, welche die Aufsicht stärken und die Transparenz verbessern sollten. In der Verordnung dazu ist geregelt, welche Verwaltungskosten in der Betriebsrechnung auszuweisen sind. Die Regeln gelten zum ersten Mal beim diesjährigen Rechnungsabschluss der Vorsorgeeinrichtungen.

Die Formulierung der Verordnung lässt jedoch bei den Vermögensverwaltungskosten einen Interpretationsspielraum. Der Bundesrat überliess es der Oberaufsichtskommission, Bestimmungen zu formulieren, die den verschiedenen Anlagen und Produkten gerecht werden.

(chb/aho/sda)

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