Wer die Kosten für ein Schrankfach nicht bezahlt, macht sich unter Umständen verdächtig. So wurde die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) eingeschaltet, weil in einem Fall verheimlichte Gemälde und in einem anderen Fall Schmuckstücke im Bankfach zum Vorschein kamen.

Die MROS hat am Dienstag bei der Präsentation des Jahresberichts auch Fallbeispiele aus dem Jahr 2012 präsentiert. So führte eine Bank für einen Vertragspartner seit mehren Jahren ein Konto und vermietete ihm ein Schrankfach.

Die Miete für das Schrankfach wurde jedoch nicht mehr bezahlt und Kontaktversuche mit dem Inhaber blieben erfolglos. Als das Schrankfach schliesslich unter notarieller Aufsicht geöffnet wurde, kamen dort mehrere, möglicherweise sehr wertvolle Gemälde zum Vorschein.

Verdächtig erschien der Bank zudem, dass sich plötzlich ein Bevollmächtigter des Vertragspartners meldete. Dabei wollte er nicht nur die effektive Schuld in fünfstelliger Höhe begleichen, sondern gleich mehrere Zehntausend Franken überweisen.

Bilder vor Gläubigern versteckt

Vermutet wurde zunächst, dass es sich bei den Kunstwerken um Diebesgut oder Fälschungen handeln könnte. Die Recherchen der Meldestellen ergaben dann aber, dass die Kreditwürdigkeit des Vertragspartners sehr tief eingestuft wurde.

Diese Einschätzung basierte auf mehreren Betreibungen und ausgestellten Pfändungsverlustscheinen. Dies wies darauf hin, dass die Gemälde möglicherweise absichtlich beiseite geschafft wurden, um sie vor Gläubigern zu verheimlichen.

Anzeige

Gestohlener Schmuck

Auch in einem zweiten Fall wurde die Miete eines Schrankfachs nicht bezahlt, so dass dieses schliesslich nach erfolglosen Kontaktversuchen zum Mieter durch einen Finanzintermediär geöffnet wurde. Dabei kamen ungewöhnlich viele Schmuckstücke wie Ringe, Ohrringe, Armketten, Halsketten, Broschen, Uhren, Silbermünzen und weitere Wertgegenstände zum Vorschein.

Als der betreffende Kunde drei Jahre später die ausstehenden Mietgebühren für das Schrankfach begleichen wollte, erstattete der Finanzintermediär Meldung bei der MROS. Die Abklärungen ergaben, dass der Kunde in der Schweiz wegen Einbruchdiebstahls und im Ausland unter anderem wegen Diebstahls, Hehlerei und Einbruchdiebstahls polizeilich aktenkundig war.

Der Verdacht erhärtete sich, dass die Wertgegenstände aus Verbrechen stammten. Die Verdachtsmeldung wurde deshalb an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet, die daraufhin ein Verfahren wegen Geldwäscherei eröffnete.

(tke/vst/sda)