Der Preisüberwacher hat von Swissgas und regionalen Genossenschaften Auskunft über die Kalkulation der Netznutzungspreise verlangt. Er will vermeiden, dass eine Diskriminierung von Haushalt- und Gewerbekunden stattfindet, die keine freie Wahl des Anbieters haben.

Seit Herbst 2012 gilt eine Verbändevereinbarung zum Netzzugang beim Erdgas, wie der Preisüberwacher in seinem am Dienstag veröffentlichten Newsletter schreibt. Die Vereinbarung regelt den Zugang zu Gasnetzen für Dritte und ermöglicht industriellen Erdgasbezügern, ihren Gaslieferanten frei zu wählen.

Der Verband der Schweizerischen Gasindustrie, die Interessengemeinschaft Erdgas und die Interessengemeinschaft Energieintensiver Betriebe streben so eine Teilöffnung des Gasmarkts nach einheitlichen Bedingungen an. Die Preisüberwachung erachtet die mit der Verbändevereinbarung angestrebte Selbstregulierung im Sinne des Subsidaritätsprinzips als sinnvoll.

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Sicherzustellen sei aber, dass keine Diskriminierung von Haushalt- und Gewerbekunden stattfinde, für die die freie Wahl des Anbieters in der Vereinbarung nicht vorgesehen sei. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Vereinheitlichung der Kalkulationsprinzipien Anlass zu Preiserhöhungen gebe, die sich nicht durch höhere effektive Kosten, sondern aus Neubewertungen von Anlagen ergäben.

Um sich ein genaueres Bild über die Auswirkungen der Vereinbarung auf die Preise zu machen, hat die Preisüberwachung Swissgas und regionale Genossenschaften Mitte März angeschrieben und Auskünfte zur Preisberechnung und den verwendeten Methoden zur Herleitung der Betriebs- und Kapitalkosten verlangt.

Grundsätzlich macht aus Sicht des Preisüberwachers eine Liberalisierung des Gasmarkts nur Sinn, wenn es gelingt, Voraussetzungen für einen wirksamen Preiswettbewerb zu schaffen. Die Wettbewerbskommission klärt die Verbändevereinbarung derzeit auch aus kartellrechtlicher Sicht ab.

(tke/sda)