Sämtliche Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Privatunternehmen wurden am Dienstag angewiesen, alle Ausländer bis zum 15. Oktober zu entlassen und die Stellen mit «kompetenten» Einheimischen zu besetzen. Unter das Verbot fallen alle Stellen von der Empfangsdame bis zum Unternehmenschef. Die Anweisung rief Bestürzung hervor.

«Es ist verstörend, dass die Regierung während einer schweren humanitären Krise ausgebildete Entwicklungshelfer ausweisen will», erklärte die Nichtregierungsorganisation Global Witness. Sie warf der Regierung in Juba die «totale Missachtung» von 1,3 Millionen Bürgerkriegsflüchtlingen vor. Überdies werde durch die Massnahme die Wirtschaft weiter abgeschnürt.

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Im Südsudan herrscht Bürgerkrieg, seit Mitte Dezember ein seit langem schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar eskalierte. Bei den Kämpfen wurden tausende Menschen getötet. Die Uno erklärte die Nahrungsmittelkrise im Südsudan schon im August zur «schlimmsten in der Welt». Hilfsorganisationen warnen vor einer Hungersnot, sollten die Kämpfe weiter andauern.

Vorschrift schwierig umzusetzen

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Arbeitsverbot auch umgesetzt wird», sagte Petra Graf vom Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks). Eine Umsetzung würde die südsudanesische Wirtschaft massiv beeinträchtigen, da viele Sektoren auf Arbeitskräfte aus dem nahen Ausland angewiesen seien. Auch mehr als die Hälfte der Helfer von lokalen Hilfsorganisationen komme aus dem Ausland, sagte Graf.

Grund sei der Mangel an qualifiziertem südsudanesischem Personal. Das Heks führt selbst in Yei an der Grenze zu Uganda ein kleines Büro mit drei Angestellten - zwei Südsudanesen und einer kenianischen Staatsbürgerin. Schweizer sind für das Hilfswerk keine vor Ort im Einsatz.

(sda/se)