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Ausländische Firmen zieht es seltener in die Schweiz

Hafen Basel: Der Wirtschaftsstandort Schweiz verliert an Zugkraft.   Keystone

Ausländische Unternehmen zieht es seltener in die Schweiz, berichtet die Konferenz der Volkswirtschaftsdirektoren (VDK). Auch die Zahl der geschaffenen Jobs geht zurück.

Veröffentlicht am 25.04.2014

Die Kantone haben im vergangenen Jahr weniger ausländische Unternehmen in die Schweiz locken können: Insgesamt siedelten sich als Folge der Standortförderung 298 ausländische Firmen an, dies sind 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Sie schufen 983 Arbeitsplätze.

Damit reduzierte sich die Zahl der von den ausländischen Unternehmen kreierten Stellen um 11 Prozent, wie die Konferenz der Volkswirtschaftsdirektoren (VDK) am Freitag mitteilte. Bereits von 2011 auf 2012 hatten sich die Zahl der akquirierten Unternehmen und der damit geschaffenen Stellen reduziert.

IT und Rohstoffhandel stehen hoch im Kurs

Nach Branchen betrachtet sind die meisten neu angesiedelten Unternehmen auf dem Gebiet der Life Sciences (43) tätig, gefolgt von den Sparten Informationstechnologie (38) und Handel/Rohstoffe (36). Die VDK gibt keine Informationen zu der geographischen Verteilung sowie der Herkunft der Unternehmen bekannt.

Der Rückgang sei weniger stark als von 2011 auf 2012, sagte VDK-Generalsekretär Christoph Niederberger auf Anfrage. Beim Standortmarketing im Ausland machen den Kantonen laut dem Generalsekretär zurzeit vor allem drei Faktoren zu schaffen: Der hohe Kurs des Franken, die Unsicherheit in Bezug auf die Unternehmenssteuern sowie der Mangel an Fachkräften, der wegen der Zuwanderungsinitiative noch steigen könnte.
Die Denkfabrik Avenir Suisse hat vorgeschlagen, dass Kantone wegen der Zuwanderungsinitiative künftig weitgehend auf die Standortförderung im Ausland verzichten. Er habe für diesen Vorschlag kein Verständnis, auch mit Blick auf die sinkende Zahl der angesiedelten Unternehmen, sagte Niederberger.

Im Asien sind Japan, Indien und China im Fokus

Die Standortförderung im Ausland nimmt Switzerland Global Entreprise (S-GE) im Auftrag der Kantone und des Bundes wahr. Im Jahr 2013 konnte die S-GE rund 350 Projekte an die Kantone weiterleiten.

Die Organisation konzentriert sich in Europa vor allem auf die Märkte Deutschland, Frankreich, Italien, Grossbritannien und Russland. Ebenfalls im Fokus sind die USA, Japan, Indien, China und Brasilien. Im nächsten Jahr werden die Kantone und das Bundesparlament über die Weiterführung des Mandats für die S-GE entscheiden.

(sda/me)

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