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Ausland berichtet über «höchsten Mindestlohn der Welt»

Der vergangene Abstimmungssonntag sorgte im Ausland wieder einmal für Aufsehen. Auch Medien in den USA kommentierten die Resultate zum Mindestlohn und zum Kampfjet Gripen.

Veröffentlicht am 19.05.2014

Wieder sorgt ein Schweizer Votum im Ausland für Aufsehen. Besonders über den «höchsten Mindestlohn der Welt» hat die internationale Presse breit berichtet - vor allem in Deutschland, wo eine hitzige Debatte um die Einführung eines Mindestlohn läuft.

Nicht nur wegen der Höhe, sondern auch wegen der Starrheit des Systems, das keinen Unterschied zwischen Branchen und Regionen zulassen, habe das Stimmvolk abgelehnt, schrieb der Korrespondent der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) auf deren Internetseite.

«Populistisches» Begehren

«Die Welt» bezeichnete das Begehren als «populistisch» und titelte: «Die Schweiz hat sich richtig entschieden» - um gleichzeitig Stimmung gegen ähnliche Vorhaben in Deutschland zu machen. Die Bürger in der Schweiz hätten sich von den Expertenüberzeugen lassen.

Auf Zeit Online erklärt ein Schweizer Journalist, warum die Schweiz im Gegensatz zu den meisten Industriestaaten nichts von einem Mindestlohn wissen will.

Auch in Übersee stiess die Mindestlohn-Abstimmung auf ein Echo: Die meisten Schweizer erachteten tiefe Löhne nicht als Problem - oder zumindest nicht als eines, welches der Staat lösen sollte, bemerkte die «New York Times» zur Abstimmung. Der Hinweis, dass der geforderte Stundenlohn von 22 Franken deutlich über der in den USA geforderten Erhöhung auf 10.10 Dollar liegt, fehlte auch hier nicht.

Folgen für Saab im Fokus

Beim Nein zu den Gripen interessieren vor allem die Auswirkungen auf den schwedischen Hersteller Saab: «Schwedischem Konzern entgeht Milliardengeschäft», titelte die «Süddeutsche» online. Zitiert wird ein nordischer Militärexperte, Siemon Wezeman, der die Bestellung aus der Schweiz als «wesentlich» für den Konzern bezeichnet. Der Verlust des Geschäfts werde sehr schwer zu kompensieren sein.

Die Zukunft des Gripen hänge nun von Brasilien ab, schrieb die brasilianische Zeitung «Estado de São Paulo» auf ihrem Onlineportal. Sie zitierte einen ungenannten Vertreter der brasilianischen Armee mit der Aussage, dass Brasilien bei Verhandlungen mit Saab nun mehr Spielraum erhalte. Brasilien erwägt den Kauf von 36 Gripen-Kampfjets.

Namhafte Portale berichteten über Abstimmung

Die FAZ warnte davor, das Nein gegen den Gripen als Votum gegen die Armee zu werten. Die Abstimmung zeige, «dass die Schweizer ihre Souveränität nicht mehr so sehr durch militärische Aktionen als in Angriffen auf den Wirtschaftsstandort bedroht sehen», schrieb der Kommentator.

Abdeckung fanden die Mindestlohn-Initiative und der abgelehnte Gripen-Kauf auch auf anderen namhaften Portalen, wie etwa «Wall Street Journal», «Financial Times» oder «The Guardian» sowie weiteren, vor allem europäischen Newsseiten. Vereinzelte Portale thematisierten zudem auch die Pädophilen-Initiative.

(sda/dbe/sim)

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