Die Beziehungen der Schweiz zu Verbündeten wie Deutschland, Frankreich oder den USA kriseln. Aber in Russland haben die Eidgenossen neue Freunde gefunden - wie unter anderem die Einladung von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf zum Finanzministertreffen der G20 nach Moskau zeigt.

Laut Daniel Haener, Regionalkoordinator Osteuropa und Zentralasien im Aussendepartement (EDA) haben sich die Beziehungen intensiviert: «Wir unterhalten mit Russland eine ausgesprochen gute Beziehung», die punkto «Intensität, Tiefe und Tragfähigkeit völlig neu ist», so der EDA-Mann. Man sei erfreut darüber, wie strukturiert und diszipliniert die Gespräche mit Russland verlaufen. Sehr oft resultiere daraus eine praktische Zusammenarbeit.

Laut Haener führt die Schweiz mit Russland einen regelmässigen Dialog über ihre EU-Politik. Dabei stellen die beiden Länder fest, dass sie sich durch die Ausweitung des Einflussbereiches der EU mit ähnlichen Fragen und Herausforderungen konfrontiert sehen.

Gespräche über Rohstoffhandelsplatz

«Russland spürt wie die Schweiz eine zunehmende Tendenz der EU, Drittstaaten zur Übernahme des EU-Rechts zu bewegen, ohne dabei spezifische Bedürfnisse der Länder genügend zu berücksichtigen», so Haener. Man schätze diesen offenen und direkten Erfahrungsaustausch sehr und bekomme auch von russischer Seite viel positives Echo.

Laut Haener hat die Schweiz schon Gespräche mit der russischen Regierung über den Rohstoffhandelsplatz Schweiz geführt. «Wir haben zum Ausdruck gebracht, dass wir den Handelsplatz unbedingt bewahren wollen. Ein wichtiges Thema ist dabei für uns, wie die Standards und die Transparenz der Branche verbessert werden können.»

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