Australien wird künftig niemanden mehr zum Ritter schlagen. Das Adelsprädikat passe nicht mehr in «unsere moderne Form der Würdigung», erklärte Premierminister Malcolm Turnbull.

Bereits in den Ritterstand erhobene Männer und ihre weibliche Entsprechung blieben von der Entscheidung jedoch unberührt. Vor Reportern in Sydney bezeichnete Turnbull später die Titel als «anachronistisch und altmodisch».

Viel Spott

Mit der Entscheidung war bereits gerechnet worden, seit Turnbull seinen Rivalen Abbott im September als Vorsitzenden der Konservativen und damit automatisch auch als Regierungschef abgelöst hatte. Sein Vorgänger, ein glühender Anhänger der Monarchie, hatte viel Spott auf sich gezogen, als er Anfang des Jahres Prinz Philip und damit dem Mann der Queen den australischen Ritterorden verlieh.

Schon vorher hatte er sich mit der Entscheidung wenig Freunde gemacht, diese längst passé geglaubte Tradition wieder aus der Mottenkiste zu holen. Inzwischen bedauert Abbott selbst seine «unkluge Entscheidung».

Kritik der Monarchisten

Doch auch Nachfolger Turnbull konnte mit seinem Schritt nicht alle Australier zufrieden stellen. Die Liga der australischen Monarchisten warf ihm vor, heimlich gegen die Monarchie zu arbeiten und Australien in eine Republik verwandeln zu wollen.

(sda/dbe)