Im bevölkerungsreichen Osten Australiens schlossen die Wahllokale nach dem Parlamentswahlen am Samstag. Nach einer Befragung von Wählern nach der Stimmabgabe zeichnete sich ein überwältigender Sieg für die Opposition ab. Nach den Hochrechnungen des Senders SkyNews dürfte die konservative Koalition 97 der 150 Sitze im Parlament gewinnen, die seit sechs Jahren regierende Labor-Partei nur 51. Zwei Sitze könnten an Unabhängige gehen, wie der Sender berichtete.

Labor-Regierungschef Kevin Rudds Schicksal stand sogar in seinem eigenen Wahlkreis auf Messers Schneide. «Die Chancen liegen bei 50 zu 50», sagte ein Sprecher des Umfrage-Instituts Newspoll dem Sender SkyNews. Rudd führte zuletzt eine Minderheitsregierung an. Die Partei hatte 71 Abgeordnete und war auf die Unterstützung von Unabhängigen angewiesen.

Europa als abschreckendes Beispiel

Im Wahlkampf versprach Tony Abbott, die Staatsausgaben zu kürzen, die unpopuläre Steuer auf Kohlendioxid-Ausstoss abzuschaffen und den Zustrom von Bootsflüchtlingen im Nordwesten Australiens zu stoppen. Rudd, der Ende Juni Australiens erste Ministerpräsidentin Julia Gillard ablöste, warf Abbott eine gefährliche Austeritätspolitik nach europäischem Vorbild vor. Seine Regierung sei am besten in der Lage, die ins Stocken geratene Wirtschaft wieder ans Laufen zu bringen.

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Am Nachmittag dann gestand Australiens Ministerpräsident Kevin Rudd seine Niederlage bei der Parlamentswahl ein. Er gratulierte am Samstag seinem Herausforderer, dem konservativen Oppositionschef Tony Abbott, zum Sieg. Damit steht Australien nach sechs Jahren Labor-Regierung vor einem Machtwechsel.

(sda/reuters/se)