Die Schweizer Konzessionäre von Marken der deutschen Volkswagengruppe stehen im Visier der Wettbewerbshüter. Sie haben möglicherweise Rabatte und Pauschalabzüge für Neuwagen der Marken VW, Audi, Skoda und Seat abgesprochen, wie es in einer Mitteilung der Eidgenössischen Wettbewerbskommission heisst. Sie untersucht nun, ob tatsächlich unzulässige Vereinbarungen getroffen worden sind. Man habe Kenntnis erhalten von möglichen Preisabsprachen zwischen verschiedenen Schweizer Konzessionären, schreibt die Behörde.

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Die Untersuchung gegen Händler von Autos der Volkswagen-Marken VW, Audi, Skoda und Seat wurde von einer Meldung von Amag ausgelöst. Man habe die mögliche Absprache bei der Wettbewerbskommission gemeldet, sobald man von dieser gehört habe, sagte ein Sprecher des Konzerns. Mit ihrer Tochtergesellschaft Amag Retail ist die Amag selbst Gegenstand der Abklärungen der Behörde.

Sanktionen umgehen

Gemäss einem Communiqué will die Amag die Behörde bei ihrer Untersuchung mit allen möglichen Mitteln unterstützen. Selbst wenn man keine Kenntnisse davon habe, dass die mögliche Absprache eine Wirkung entfaltet habe, akzeptiere man ein solches Fehlverhalten bei der Amag nicht, hiess es. Als Importeurin von VW-, Audi-, Skoda- und Seat-Wagen hat die Amag zudem auch alle Händler informiert, dass Absprachen über Rabatte und andere Preisnachlässe nicht zulässig seien, wie der Amag-Sprecher weiter sagte.

Mit der Selbstanzeige kann Amag bei möglichen Sanktionen von einer Bonusregelung profitieren, das heisst, die Busse würde gesenkt oder gar erlassen. Ob eine Absprache auch tatsächlich Auswirkungen auf die Verkaufspreise hatte oder nicht, hat gemäss Patrik Ducrey, stellvertretender Direktor der Weko, hingegen keinen Einfluss auf eine Sanktionierung an sich, jedoch aber auf die Höhe einer möglichen Busse.

Sanktionen gegen BMW

Letzten Mai verhängte die Wettbewerbskommission eine Sanktion von 156 Millionen Franken wegen Behinderung von Direkt- und Parallelimporten. «Wir senden eine klare Botschaft aus», sagte damals Präsident Vincent Martenet vor den Medien. Es handle sich um einen wichtigen Entscheid zu einem Thema, das für die Behörde Priorität habe. BMW habe den Schweizer Markt zum Nachteil der Schweizer Konsumenten geschützt. Man mache nun deutlich, dass sie dies nicht akzeptiere. BMW rekurrierte indes gegen die Busse.

(se/jev/chb/sda)