Seit Jahren kämpfen Stromproduzenten wie Axpo und BKW gegen hohe Defizite. Die Preise am Markt sind so weit gesunken, dass die Produktionskosten darüber liegen. Mit dem Ja zum Atomausstieg vom vergangenen Sonntag steht hier besonders die Wasserkraft im Fokus, die in der Schweiz 60 Prozent vom Energiemix ausmacht. Die Produktion einer Kilowattstunde aus Wasserkraft kostet laut Produzenten 6 Rappen – und damit zahlen die Anbieter drauf.

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Das soll sich ändern – doch an der Problemlösung entzündet sich gleich die nächste Debatte. Denn Axpo und BKW wollen die Schieflage mit unterschiedlichen Ansätzen bewältigen und liefern sich nun ein Duell um die künftige Strompolitik.

 Importsteuer versus Auktionsverfahren

Die Axpo schlägt eine CO2-Steuer vor, die in der Praxis vor allem ausländischen Strom künstlich verteuern würde. Die BKW setzt dagegen auf ein Auktionsverfahren, bei dem Kraftwerkskapazitäten für vier Jahre im Voraus versteigert würde. Der Reiz dabei: Stromfirmen könnten sich mit bestehenden Kraftwerken ebenso wie mit geplanten Projekten beteiligen. Laut BKW gelänge es dadurch die bestehenden Stromkapazitäten zu halten und neue Kapazitäten aufzubauen.

Patrick Dümmler von Anvenir Suisse hält die langfristigere Lösung der BKW für besser, doch warnt generell vor zu viel Regulierung: «Man ist daran, ein komplexes System mit mehr Staatseingriffen noch komplexer zu machen. Was eine Analogie zur Landwirtschaftspolitik zulässt. Ich sehe die grosse Gefahr, dass wir mit der aktuellen Strommarktpolitik in eine ähnliche Richtung gehen.»

Wie die Geschäftsführer von BKW und Axpo für ihre Modelle argumentieren, sehen Sie im Beitrag von SRF Eco.

(btl/me)