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Migration
Balkanroute dicht: Zahl der Asylgesuche gesunken

Asylsuchender in der Schweiz: Im Sommer gingen knapp über 7000 Asylgesuche ein. Keystone

Die Balkanroute ist geschlossen. Das führt zu einem markanten Rückgang der Asylgesuche in der Schweiz. Am stärksten rückläufig waren Gesuche aus Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Veröffentlicht am 18.10.2016

In der Schweiz sind in den Monaten Juli, August und September weniger Asylgesuche eingereicht worden als im Sommer 2015. Seinerzeit lag die Zahl der Gesuche bei 12'339, im Sommerquartal 2016 aber bei 7105. Das ist in der Summe also ein Minus von 42 Prozent – oder 5234 Gesuchen.

Im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 hingegen stieg die Zahl der Anträge und zwar um 19,2 Prozent oder 1143 auf 7105 Anträge, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Dienstag mitteilte.

Weniger Syrer

«Der deutliche Rückgang der Asylgesuche im dritten Quartal gegenüber demselben Vorjahresquartal erklärt sich einerseits durch die Schliessung der Balkanroute und andererseits dadurch, dass zahlreiche Asylsuchende ein anderes Land als Ziel haben und deshalb kein Asylgesuch in der Schweiz stellen wollen», schreibt der Bund in einem Communiqué.

Am stärksten rückläufig war die Zahl der syrischen Asylsuchenden (–1149). Knapp dahinter: Gesuche aus Afghanistan (–897) und aus dem Irak (–421).

Am meisten Flüchtlinge aus Eritrea

Eritrea bleibt wichtigstes Herkunftsland der Asylsuchenden in der Schweiz: In den ersten neun Monaten des Jahres stammten 3782 der insgesamt gezählten 21'382 Gesuche von Eritreern. Zweitwichtigstes Herkunftsland ist mit 2890 Gesuchen Afghanistan. Dahinter folgen Syrien mit 1645 Gesuchen und Somalia mit 1363.

Das SEM geht davon aus, dass bis Ende Jahr rund 30'000 Asylgesuche gestellt werden. Es spricht dabei vom «wahrscheinlichsten Szenario»: Angesichts der unsicheren Entwicklung in den Konfliktgebieten lasse sich nicht sagen, wie sich die Migration entwickle, schreibt es. Ein erneuter Anstieg der Gesuche sei nicht ausgeschlossen.

(sda/ise)

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