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Verbrecherisch
Ban erschüttert über Vorwürfe gegen Blauhelme

Armut in Zentralafrika: Blauhelme nutzten die Situation schamlos aus. Keystone

Französische und afrikanische Uno-Soldaten missbrauchten offenbar Mädchen in der Zentralafrikanischen Republik. Nun sollen die Anschuldigungen endlich aufgeklärt werden.

Veröffentlicht am 01.04.2016

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen französische und afrikanische Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik haben international Empörung hervorgerufen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon äusserte sich «zutiefst erschüttert» über die Berichte. Uno-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad al-Hussein und der französische Uno-Botschafter versprachen die rückhaltlose Aufklärung der Anschuldigungen.

Einige Soldaten «mit dunklen Absichten» missachteten offenbar ihren Auftrag, Menschen zu schützen, erklärte Bans Sprecher Stephane Dujarric. Die Uno nehme diese «äusserst verstörenden Vorwürfe» sehr ernst, sagte Uno-Menschenrechtskommissar al-Hussein. Es gehe um den mutmasslichen Missbrauch und die sexuelle Ausbeutung zahlreicher Frauen und Mädchen.

«Empörend und abscheulich»

Frankreichs Uno-Botschafter François Delattre nannte die den Soldaten zur Last gelegten Taten «empörend und abscheulich» und kündigte umfassende Ermittlungen an. Sollten sich die Vorwürfe bestätigten, würden die Verantwortlichen hart bestraft. Die Anschuldigungen richten sich gegen französische Soldaten sowie Uno-Blauhelme aus Burundi und Gabun, die zwischen 2013 und 2015 in der Region Kemo stationiert waren.

Die Nichtregierungsorganisation Aids-Free World gab in einer Presseerklärung an, drei Mädchen hätten einem Uno-Menschenrechtsbeauftragten berichtet, ein Kommandant der französischen Militäreinheit Sangaris habe sie im Jahr 2014 in einem Lager gefesselt, entkleidet und dazu gezwungen, Sex mit einem Hund zu haben. Alle drei hätten später ein wenig Geld erhalten.

Frankreich hatte den Militäreinsatz Sangaris in seiner ehemaligen Kolonie im Dezember 2013 angesichts der tödlichen Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen gestartet. Seit September 2014 sind in Zentralafrika zudem Blauhelmsoldaten der Uno-Truppe Minusca im Einsatz. Seit Jahresbeginn wurden bereits dutzende Fälle von Kindesmissbrauch durch Minusca-Soldaten gemeldet. Der Uno-Sicherheitsrat wollte am Donnerstag bei einem Treffen hinter geschlossenen Türen in New York die neuen Vorwürfe erörtern.

(sda/gku)

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