Im Zuge des Ermittlungsverfahrens wegen «bandenmässiger Zuhälterei» haben die französischen Untersuchungsrichter erneut Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn zum Verhör zitiert. Der 63-Jährige soll am Nachmittag im nordfranzösischen Lille befragt werden, wie es aus Justizkreisen hiess.

Bei den Ermittlungen geht es um Sex-Partys mit Prostituierten in Paris, Brüssel und Washington, an denen neben Strauss-Kahn auch ranghohe Polizisten und Geschäftsmänner teilgenommen hatten.

Der Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestreitet nicht, an den freizügigen Partys in Luxushotels in den Jahren 2009, 2010 und 2011 teilgenommen zu haben. Er will aber nicht gewusst haben, dass es sich bei den Frauen um Prostituierte handelte. Sollte der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten wegen «bandenmässiger Zuhälterei» angeklagt werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Der konservativen Zeitung «Le Figaro» zufolge gehen die Untersuchungsrichter in Lille davon aus, dass es mehrere Hinweise gibt, wonach Strauss-Kahn «tatsächlich und entscheidend» an der möglichen Zuhälterei beteiligt war.

Insgesamt elf Beschuldigte

Demnach wollen die Untersuchungsrichter nachweisen, dass der Ex-IWF-Chef sehr wohl wusste, dass die Frauen Prostituierte waren. «DSK», wie Strauss-Kahn in Frankreich kurz genannt wird, habe die Partys «in die Wege geleitet und breit gefördert in voller Kenntnis der Sache», schrieb der «Figaro» unter Berufung auf Ermittlungsinformationen in Lille.

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Mitte Dezember war Strauss-Kahn mit seiner Beschwerde gegen das Ermittlungsverfahren wegen «bandenmässiger Zuhälterei» vor dem Berufungsgericht von Douai in Nordfrankreich gescheitert. Er will nun Einspruch beim Kassationsgerichtshof einlegen.

In Lille laufen Ermittlungsverfahren gegen insgesamt elf Beschuldigte in der Callgirl-Affäre, darunter Unternehmer und die einstige Nummer zwei der Polizei in Nordfrankreich, Jean-Christophe Lagarde. Zuletzt wurde am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren gegen «Dodo den Salzhering» eingeleitet, der mit wirklichem Namen Dominique Alderweireld heisst und mehrere Sexclubs in Belgien betreibt.

(muv/sda)