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Bank von England: Scharfe Kritik an Basel III

Basel III: Wer soll das kontrollieren? (Bild: Keystone)

Der Notenbank von England geht das Banken-Regelwerk Basel III viel zu weit. Jetzt drängen die Notenbanker auf eine Vereinfachung.

Veröffentlicht am 22.01.2013

Aus der Bank von England kommt scharfe Kritik an den internationalen Eigenkapitalvorgaben für die Banken. Nach Ansicht eines hochrangigen Vertreters der Notenbank ist das sogenannte Basel-III-Regelwerk in der aktuellen Form zu kompliziert.

«Die Aufseher können dieses komplexe Ungetüm nicht wirklich überwachen,» sagte Andrew Haldane, der in der Zentralbank für Finanzstabilität zuständig ist, am Montag vor Mitgliedern eines Parlamentsausschusses. Daher gebe es Bemühungen, den Basler Ausschuss dazu zu bewegen, die Vorschriften zu vereinfachen.

Haldane bemängelte ferner, dass sich die Aufsichtsbehörden bei der Bestimmung der Kapitalpuffer nach derzeitigem Stand zu stark auf die Modelle der Banken selbst verlassen müssten. Nach den Plänen der Bankenaufseher im Basler Ausschuss sollte Basel III Anfang 2013 starten - doch diesen Termin hatten EU und USA wegen der langwierigen Debatten um Details bereits verpasst.

Nicht Bestandteil des Regelwerks ist die in Europa geplante Beschränkung von Bonus-Zahlungen an Banker. In der EU soll diese aber zusammen mit Basel III verabschiedet werden. Haldane äusserte in diesem Zusammenhang die Hoffnung, dass Grossbritannien die EU-Partner davon überzeugen könne, eine Richtlinie zu verschärfen, die festlegt, wie viel von einem Bonus im Voraus in bar gezahlt wird.

Auch an den Bilanzstandards in der EU äusserte Haldane Kritik. Diese seien «nicht so klug wie sie sein könnten und sollten für Finanzfirmen.» Die Äusserungen Haldanes spiegeln die britische Haltung wider, in Reaktion auf die Bankenkrise in der Regulierung auf einen besonders harten Kurs umzuschwenken.

(tke/rcv/sda)

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