Banken weltweit müssen ab 2019 dickere Sicherheitspuffer für Handelsgeschäfte vorweisen. Neue Regeln werden dazu führen, dass die Kapitalanforderungen an Geldhäuser um rund 70 Milliarden Euro steigen, wie der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht am Donnerstag mitteilte.

Die mit Spannung erwarteten Auflagen für den Handel mit Aktien, Anleihen und anderen Papieren fallen damit deutlich milder aus als in früheren Entwürfen. Aus Sicht von Experten ist dies ein weiteres Zeichen, dass Regulierer den Banken neun Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise wieder stärker entgegenkommen und Massnahmen vermeiden, die sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnten.

Modelle eingeschränkt

Für Finanzinstitute wird das Handelsgeschäft damit weniger attraktiv. Die Credit Suisse sowie die Deutsche Bank haben im Rahmen ihrer neuen Strategien bereits angekündigt, ihr Handelsgeschäft zu optimieren.

Im Zuge des neuen Regelwerks schränkt der Basler Ausschuss auch den Spielraum von Grossbanken ein, im Handel eigene Modelle einzusetzen, um die Kapitalunterlegung von Geschäften zu berechnen. In einzelnen Bereichen können die Aufsichtsbehörden den Banken den Einsatz von internen Modellen künftig auch verbieten, wenn sie der Ansicht sind, dass die Ergebnisse zu stark von der Standardberechnungsweise abweichen.

Zusätzliche Anforderungen

Durch die neuen Regeln soll es für Banken auch schwieriger werden, Papiere zwischen Bank- und Handelsbuch hin- und herzuschieben. Dies hatten in der Finanzkrise zahlreiche Geldhäuser getan, um massive Abschreibungen zu verhindern.

Bereits am Montag hatte der Regulierer angekündigt, dass es für die 30 global systemrelevanten Banken – dazu gehören auch die UBS und die Credit Suisse – künftig «zusätzliche Anforderungen» bei der Verschuldungsquote (Leverage Ratio) geben soll, dem Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme. In der Schweiz hatte der Bundesrat bereits im Oktober die Eigenmittelvorschriften für Grossbanken verschärft.

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Kritik an harten Auflagen

Institute rund um den Globus haben gewarnt, zu harte Auflagen würden zu weniger Handel, einer geringeren Kreditvergabe und weniger Liquidität an den Märkten führen. Regulierer haben diesen Vorwurf zurückgewiesen.

Der zusätzliche Kapitalbedarf für die Banken sei nun geringer als bei früheren Entwürfen der neuen Handelsregeln, erklärte der Basler Ausschuss. EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill fordert seit langem, die Politik müsse bei neuen Regulierungsvorhaben stärker auf Verhältnismässigkeit und Auswirkungen auf Wachstum und Arbeitsplätze achten.

(sda/ise)