Die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse warnen wegen des strikten Sparkurses in Europa vor Gewaltausbrüchen. «Die Gefahr sozialer Unruhen ist extrem hoch», sagt UBS-Chefökonom Andreas Höfert gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». «Es könnte zu massiven sozialen Spannungen, Unruhen und Umstürzen kommen.»

Wegen der enormen Jugendarbeitslosigkeit spricht die Credit Suisse bereits von «Europas verlorener Generation». Die Gefahr des politischen Extremismus sei gestiegen, sagt Chefökonom Oliver Adler. Er warnt vor einem weiteren Rechtsrutsch in Europa. Der scharfe Sparkurs in Europa müsse nun gelockert werden, fordern die UBS und die Credit Suisse. «Die Sparmassnahmen kommen zu schnell und zu stark», sagt Oliver Adler. «Die Austeritätspolitik ist sehr negativ für das Wachstum. Das Optimum wäre, sich auf einen langfristigen Sparkurs zu einigen und die Sparziele zu strecken.»

Mit der strikten Sparpolitik sei Europa auf dem Holzweg, pflichtet Andreas Höfert von der UBS bei. Ihre Ziele könnten gar nicht erreicht werden, sondern seien im Gegenteil kontraproduktiv, weil sie jegliches Wachstum verhinderten. «Die Sparziele müssen zeitlich gestreckt werden.» Um das Wirtschaftswachstum in Europa wieder anzukurbeln, fordern beide Grossbanken ein milliardenschweres Hilfsprogramm. Steuersenkungen und Arbeitsmarktreformen genügten nicht, weil sie erst langfristig wirken. Deshalb brauche es einen Wachstumspakt der EU oder Geldspritzen aus staatlichen Fonds, sagt Oliver Adler.

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«Geldspritzen zur Stimulierung des Wachstums sind nötig, zum Beispiel zur Förderung der Infrastruktur», sagt Andreas Höfert. Das könnten aber nicht die einzelnen Länder finanzieren, sonst würden die Sparziele der Euro-Schuldenstaaten zunichtegemacht. «Das geht nur auf der europäischen Ebene.»

(chb)