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Bankenombudsman übt Kritik an Banken

Hanspeter Häni, Schweizerischer Bankenombudsman, orientiert an der Jahresmedienkonferenz. (Bild: Keystone)

Einige Banken blockieren offenbar Lösungen mit verärgerten Kunden. Dies kritisierte der Bankenombudsman in seiner Jahresbilanz.

Veröffentlicht am 04.07.2013

Der scheidende Bankenombudsman Hanspeter Häni hat ein letztes Mal in seiner Funktion die Banken kritisiert. Zwar sei die Zusammenarbeit mit den Finanzhäusern im Interesse besorgter und verärgerter Kunden in den meisten Fällen gut, doch gebe es Fälle, wo die Banken eine Lösung blockierten.

Im vergangenen Jahr hätten die Banken 96 Prozent der Fälle, in denen Bankkunden sich an den Ombudsman wandten und dieser eine Lösung suchte, diese akzeptiert. Im Vorjahr waren es 91 Prozent gewesen. In der Folge der Finanzkrise 2008/2009 war noch mehr gestritten worden, und die Banken akzeptierten weniger von Hänis Vorschlägen.

«Zunehmend, insbesondere bei höherem Streitwert, zeigt sich statt Lösungsorientierung aber eine Abwehrhaltung», sagte Häni vor den Medien in Zürich (laut Redetext). Für ein positives Resultat brauche es dann intensive Verhandlungen. In seltenen Fällen nütze dies nichts, auch wenn der Fehler der Bank unwiderlegbar sei.

Banken spekulieren

«Die Banken spekulieren wohl darauf, das der Kunden den Gang ans Gericht scheue», sagte Häni. Das mache ihn ärgerlich und zornig. Er kritisierte namentlich die Praxis der Banken, ihre Dienstleistungen eher in Verkäufer- denn in Beratermanier anzubieten. Das Verhältnis zwischen Banken und Kunden habe sich in den letzten Jahren verändert.

Der Deutschschweizer Häni gibt seine Funktion nun an den Jurassier Marco Franchetti ab. 2012 hat Häni, der seine Funktion im Rahmen einer Stiftung ausübt, mit 1842 Fällen etwa so viele Anfragen behandelt wie im Vorjahr. 2009 waren es rund 4700 gewesen, vor der Krise etwa 1500.

Der Ombudsmann ist ein Vermittler zwischen Kunden und Banken und hat keine Spruchpflicht. Zum Teil geht es bei den Streitigkeiten um hohe Beträge.

(tke/sda)

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