Bankkunden könnten ihre Kontogebühren mit denen anderer Geldinstitute künftig auf einen Blick vergleichen. Der Bundesverband deutscher Banken zeigte sich am Samstag aufgeschlossen, die Kosten für die Dienstleistungen im Internet zu veröffentlichen. «Der Bankenverband steht dem Vorschlag der EU-Kommission, ein Vergleichsportal im Internet zu veröffentlichen, unvoreingenommen gegenüber», erklärte Geschäftsführer Michael Kemmer. Er reagierte damit auf Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, die sich einen Vorstoss der EU-Kommission zu eigen gemacht hatte.

Vergleichbarkeit

Voraussetzung für die Online-Veröffentlichung der Gebühren sei jedoch eine echte Vergleichbarkeit, sagte Kemmer. Jetzige Angebote seien mehr schlecht als recht. Die EU-Kommission hatte im Mai ihre Vorschläge für günstigere und transparente Bankkonten veröffentlicht. Demnach sollte in jedem Mitgliedstaat mindestens eine Webseite eingerichtet werden, auf der die Gebühren für die am häufigsten angebotenen Dienste aufgelistet werden. Gemeinsame Standards sollten dabei die Vergleichbarkeit gewährleisten.

Kampf der verdeckten Kosten

Auch Aigner forderte in der«Süddeutschen Zeitung»: «Mit versteckten Kosten muss Schluss sein.» In einem nationalen Vergleichsportal müssten alle Gebühren aller Banken einsehbar sein. Hier liege auch der Schlüssel im Kampf gegen überzogene Dispo-Zinsen.

In Deutschland wird seit Jahren über die Überziehungszinsen gestritten. Im Oktober scheiterte ein Vorstoss zur gesetzlichen Deckelung im Bundesrat. Im Dezember meldeten Verbraucherschützer einen ersten Erfolg beim Kampf gegen überzogene Zinssätze. Demnach hatten bei einer Untersuchung der Zeitschrift«Finanztest» 150 von 350 überprüften Banken ihre Dispo-Zinsen gesenkt. Das Blatt ermittelte Zinssätze zwischen unter fünf und über 14 Prozent. Aigner wertete den Test damals als gutes Signal und forderte die Institute auf, die Kosten für die Kontoüberziehung auf einen Blick auch im Internet transparent zu machen.

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(tke/reuters)