1. Home
  2. Politik
  3. Bankiervereinigung: SVP-Sieg bringt Probleme

Ansage
Bankiervereinigung: SVP-Sieg bringt Probleme

Patrick Odier: Der SBVg-Präsident ist nicht glücklich über den SVP-Sieg. Keystone

Die SVP hat die Wahl für sich entschieden. Bei der Schweizerischen Bankiervereinigung stösst das auf wenig Liebe: Die Lobbyorganisation fürchtet um die hiesige Wirtschaftspolitik.

Veröffentlicht am 20.10.2015

Nach Ansicht der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) ist der Wahlsieg der SVP keine einfache Ausgangslage für die Wirtschaftspolitik. Die wirtschaftsfreundliche Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative werde schwieriger mit einer starken SVP, sagte SBVg-Präsident Patrick Odier in einem Interview.

«Mir ist klar, dass das Volk sich vorletzten Februar klar für eine kontrollierte Einwanderung ausgesprochen hat. Doch für die Banken, wie auch andere Branchen der hiesigen Wirtschaft, ist es wichtig, dass wir Zugang zu den besten Fachkräften haben und den Zugang zu den Märkten im Ausland», sagte Odier in einem Interview mit der Zeitung «Nordwestschweiz» vom Dienstag.

Bilaterale erhalten

Nur so könnten die Banken in der Schweiz weiterhin wachsen, Arbeitsplätze im Inland halten und zum Wohlstand der Schweiz beitragen.

Für die Wirtschaft sei es wichtig, dass die bilateralen Verträge mit der EU fortbestehen und nicht gekippt würden. Daran müsse die Politik konstruktiv arbeiten und Lösungen ausarbeiten.

Rahmenabkommen mit EU gefordert

«Wir brauchen ein Rahmenabkommen mit der EU und exploratorische Diskussionen zu einem separaten Finanzdienstleistungsabkommen», sagte Odier. Ohne Lösungen für die Masseneinwanderungsinitiative wolle die EU diese Punkte aber nicht weiter diskutieren.

«Unsere Forderung an den Bundesrat ist deshalb, dass er keinen Moment länger wartet und seine Vorschläge für die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative möglichst noch im Januar präsentiert», sagte Odier. Er müsse dem Stimmvolk aufzeigen, was schon alles unternommen worden sei, um die Befürchtungen der Bevölkerung zu berücksichtigen und was der Bundesrat noch zu unternehmen gedenke.

(sda/ise/me)

 

Anzeige