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Finanzen
Basel gibt mehr aus als jeder andere Kanton

Blick vom Turmhaus gen Aeschenplatz: Basel zeigt sich im Kanton grosszügig.   Keystone

Der aktuelle Vergleich bei den Staatsausgaben: Neue Zahlen zeigen, dass Basel 2,5-mal pro Bürger aufwendet wie der sparsamste Kanton.

Veröffentlicht am 07.09.2014

«Meisterlich» ist Basel nicht nur im Fussball. Kein anderer Kanton gibt so viel aus wie Basel-Stadt: 24'415 Franken pro Person oder rund 2,5-mal so viel wie der sparsame Stand Aargau. Dieser gibt 10'752 Franken pro Kopf und Jahr aus. Dies zeigen neue Zahlen der Finanzstatistik des Bundes für das Jahr 2012, die der «SonntagsBlick» ausgewertet hat.

Auch alle Westschweizer Kantone liegen bei den Pro-Kopf-Ausgaben in der oberen Hälfte – Genf, Jura und Neuenburg gar unter den Top 5. Reto Steiner vom Kompetenzzentrum für Public Management in Bern sagt: «In Basel gibt es einen breiten Konsens, Geld auszugeben. Man ist sich einig, dass Basel mehr bieten muss als andere Kantone.»

«Ansprüche an den Staat sind hoch»

Der Basler Regierungspräsident Guy Morin wehrt sich gegen
den Vorwurf, Basel werfe Geld zum Fenster hinaus: «Wir erbringen diese Leistungen nicht für uns, sondern für die Region und die ganze Schweiz.»

Auch bei den Verwaltungsausgaben sind die Unterschiede gross. Über die günstigsten Beamten verfügt der Thurgau mit 816 Franken pro Einwohner. Ganz oben sind Genf und Zug. Die Zuger Regierung ist alarmiert und hat die gesamten Staatsausgaben von Experten auf Sparpotenzial durchleuchten lassen. Der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin (53) beobachtet das Ausgabenwachstum in der Schweiz mit Sorge: «Die Ansprüche an den Staat sind heute sehr hoch. Die Angebote werden ständig ausgebaut.»

«Welchen Preis wollen wir zahlen?»

Hegglin plädiert für mehr Eigenverantwortung. «Müssen wir wirklich alles staatlich regeln?» Er will, dass man bei den Ausgaben auch über heikle Themen spricht: «Wir werden immer älter, die Möglichkeiten der Medizin sind immer ausgeklügelter. Ich bin dafür, dass wir uns fragen, welchen Preis wir für unsere staatlichen Leistungen bereit sind zu bezahlen – zum Beispiel für unsere medizinische Versorgung und unsere Pflege.»

(me)

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