In Basel-Stadt ist die Grüne Elisabeth Ackermann im ersten Wahlgang in die Exekutive gewählt worden. Ein SVP-Kampfkandidat hat das absolute Mehr klar verpasst. So hat die rot-grüne Regierungsmehrheit im zweiten Wahlgang gute Chancen. Im Parlament legten ebenfalls Rot-Grün sowie Bürgerliche zu – Verliererin ist die Mitte.

Bei einer Wahlbeteiligung von 44,2 Prozent übertreffen drei bisherige Regierende das absolute Mehr von 23'422 Stimmen und sind damit gewählt: Finanzdirektorin Eva Herzog (SP) mit 33'576 Stimmen, Volkswirtschaftsdirektor Christoph Brutschin (SP) mit 29'448 Stimmen und Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) mit 26'635 Stimmen.

Ebenfalls über dem absoluten Mehr liegt Kantonsparlamentarier Conradin Cramer (LDP) mit 24'078 Stimmen. Der Jurist mit Jahrgang 1979 erbt damit erwartungsgemäss den Sitz des abtretenden Erziehungsdirektors Christoph Eymann (LDP).

Zwei Bisherige in Ehrenrunde

Ackermann, die wie Cramer im Kantonsparlament sitzt, hat die Wahlhürde mit ihren 23'546 Stimmen auch schon im ersten Wahlgang übertroffen. Die Musiklehrerin mit Jahrgang 1963 erbt damit den grünen Regierungssitz des abtretenden Präsidialdepartements-Vorstehers Guy Morin.

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Hingegen muss der amtierende Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels (SP) mit 22'550 Stimmen in den zweiten Wahlgang, der am 27. November angesetzt ist. Eine Ehrenrunde macht auch Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP), der mit 21'090 Stimmen auf dem siebten Platz liegt - bei sieben Regierungssitzen.

Dahinter liegt Heidi Mück von der linken Partei BastA! mit 18'105 Stimmen. Sie übertrifft damit noch Nägelin, der auf 17'269 Stimmen kam. Nägelin verpasste das absolute Mehr um 6153 Stimmen und liegt 3821 Stimmen hinter Dürr. Erwartungsgemäss keine Rolle spielte Martina Bernasconi (GLP) mit 14'115 Stimmen.

Bürgerliche Niederlage

Das erstmals zustande gekommene bürgerliche Viererticket von FDP, LDP und CVP mit der SVP steht so trotz intensiven Wahlkampfs vor einer Wahlniederlage. Dennoch wollen die vier bürgerlichen Parteipräsidien mit Dürr und Nägelin gemeinsam in den zweiten Wahlgang steigen, wie am Abend bei der SVP zu erfahren war.

Auch bei der Linken ist noch offen, ob Wessels alleine oder nochmals mit Mück auf einer Liste antritt. Das letzte Wort haben die jeweiligen Parteiversammlungen.

Anmeldeschluss ist bereits am Mittwoch Mittag. Die 2005 in Basel-Stadt etablierte rot-grüne Regierungsmehrheit hat bisher alle bürgerlichen Angriffe abgewehrt.

Regierungspräsidium offen - Grüne vorne

Auch das jeweils für vier Jahre zu bestellende Regierungspräsidium ist im ersten Wahlgang noch nicht gewählt worden: Alle fünf für dieses Amt Kandidierenden verpassten das absolute Mehr von 21'525 Stimmen.

Weit in Führung liegen Elisabeth Ackermann mit 17'473 Stimmen und Baschi Dürr mit 14'017 Stimmen. Für das Präsidium kann in Basel-Stadt nur kandidieren, wer gleichzeitig auch für einen Regierungssitz kandidiert.

LDP Siegerin der Parlamentswahl

Bei den baselstädtischen Parlamentswahlen legen derweil Rot-Grün und Bürgerliche zu: SP (+1) und Grünes Bündnis (+1) sowie auch die LDP (+4) gewinnen Sitze. FDP (-2), CVP (-1) und GLP (-1) verlieren Mandate. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,7 Prozent.

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Die SP als weiterhin stärkste Partei hat damit künftig 34 der insgesamt 100 Sitze des Grossen Rates inne; das Grüne Bündnis kommt neu auf 14 Mandate. Das rot-grüne Lager legt damit um zwei Mandate auf 48 Sitze zu. Die SVP bleibt stärkste bürgerliche Kraft mit unverändert 15 Sitzen. Die LDP kommt neu auf 14 Mandate. Dahinter folgen FDP mit 10 und CVP mit 7 Sitzen. Zusammen mit einem FDP-nahen Gewählten in Bettingen erzielt das klassische bürgerliche Lager so 47 Sitze, einen mehr als vor vier Jahren. Zudem verliert eine Rechtsaussen-Gruppierung ihre beiden Sitze.

In der Mitte verliert die GLP einen Sitz und kommt noch auf 4 Mandate. Die EVP, die erstmals auf einer gemeinsamen Liste mit der BDP angetreten ist, stellt weiterhin ein Mandat, derweil die BDP erneut leer ausgeht.

(sda/moh/jfr)