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Baustelle als Kampfzone der Baumeister und Unia

Gewerkschafter: Unia und Syna fordern mehr Lohn. Keystone

Die Baumeister starten eine grosse Image-Kampagne, um gegen die Gewerkschaften Unia und Syna zu kämpfen: Auf über tausend Baustellen werden Plakate aufgehängt.

Veröffentlicht am 30.09.2015

Im Streit um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag im Baugewerbe werben die Arbeitgeber um die Unterstützung durch die Bauarbeiter. Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV), der den bestehenden Vertrag unverändert verlängern will, lanciert dazu eine landesweite Kampagne.

Mit der Aktion wolle der SBV zeigen, dass der Landesmantelvertrag der mit Abstand arbeitnehmerfreundlichste Gesamtarbeitsvertrag für Handwerker in der Schweiz sei, hiess es an einer Medienkonferenz des SBV in Biel. Er verwies dabei auf die im Baugewerbe mögliche Pensionierung ab 60, den Mindestlohn von 5500 Franken für Maurer und Strassenbauer und von 4600 Franken für ungelernte Arbeitskräfte.

Plakate auf Baustellen

Auf über tausend Baustellen in der ganzen Schweiz wollen die Baumeister Plakate aufhängen. «Mit der Kampagne wollen wir das falsche Bild korrigieren, das die Gewerkschaft Unia über die Arbeitsbedingungen im Baugewerbe verbreitet», sagte der SBV-Zentralpräsident Gian-Luca Zardi.

Der Landesmantelvertrag (LMV), der die Arbeitsverhältnisse von rund 80'000 Bauarbeitern in der Schweiz regelt, läuft Ende Jahr aus. Die Verhandlungen zwischen dem Baumeisterverband und den Gewerkschaften Unia und Syna sind festgefahren. Die Sozialpartner beschuldigen sich gegenseitig, Verhandlungen zu verhindern.

Gewerkschaften auf Konfontationskurs

«Unser Angebot zur Verlängerung des Landesmantelvertrags liegt den Gewerkschaften seit Juni vor», sagte SBV-Direktor Daniel Lehmann gemäss Redetext vor den Medien. Unverständlicherweise lehnten die Gewerkschaften das Angebot bis heute ab.

Für Unia und Syna dagegen kommen nur Verhandlungen über einen neuen LMV in Frage – und dies zusammen im Paket mit der Lohnrunde, der Finanzierung des Rentenalters 60 sowie Massnahmen gegen Lohndumping und für besseren Gesundheitsschutz.

Kampfmassnahmen angedroht

Am Dienstag hatten die Gewerkschaften mit Kampfmassnahmen gedroht, sollte es Ende Jahr zu einem vertragslosen Zustand kommen. Mit der Gesprächsverweigerung der Baumeister sei auch die Friedenspflicht hinfällig, hiess es an einer Medienkonferenz in Bern. Für Donnerstag hat die Unia die Bauarbeiter zu einer Protestaktion in Zürich aufgerufen.

Die Delegierten des Baumeisterverbands ihrerseits tagen am Mittwoch und Donnerstag in Biel. Sie wollen unter anderem über das weitere Vorgehen im Arbeitskonflikt entscheiden.

(sda/ise/chb)

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