Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat neue Flugbetriebsgebühren für den Flughafen Zürich (FZAG) verfügt. Diese seien tiefer als bisher, aber nicht so tief, wie von den Fluggesellschaften gefordert, teilte das BAZL mit. Sofern keine Einsprachen erfolgen, gelten die neuen Gebühren ab dem 1. Februar 2014 bis Ende 2017.

Die Verfügung des BAZL erfolgte, weil die Verhandlungen zwischen dem Flughafen und den Fluggesellschaften im August gescheitert waren. In der Folge musste der Flughafen dem BAZL einen Vorschlag unterbreiten. Dieser sei nun geprüft und diverse Anpassungen seien verlangt worden, so die Mitteilung des BAZL.

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Die neu bis Ende 2017 gültigen Gebühren lägen nun zwischen den Forderungen der Fluggesellschaften auf der einen und jenen der Flughafenbetreiberin auf der anderen Seite.

«Lärmfunfliber»

Insgesamt werden die passagierbezogenen Flugbetriebsgebühren nun tiefer als früher ausfallen. Ins Gewicht fällt insbesondere die Sistierung des sogenannten «Lärmfünflibers»; dieser diente bisher zur Alimentierung eines Lärmfonds für Entschädigungszahlen und Schallschutzmassnahmen. Mit den tieferen Gebühren werde die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens Zürich weiter gestärkt, urteilt die Flughafenbetreiberin in einer Stellungnahme.

Konkret wird der Flughafen ab 2014 pro Lokalpassagier nur noch 37 Franken einnehmen, nach 41,40 Franken in diesem Jahr. Dieser Betrag soll nach den Vorstellungen des BAZL bis 2017 schrittweise auf 38,50 Franken steigen, so der Flughafen Zürich. Pro Transferpassagier darf der Flughafen heute 23,90 Franken verrechnen, ab 2014 sollen es nur noch 19 Franken sein. Bis 2017 soll der Betrag auf 19,90 Franken pro Transferpassagier steigen.

Das der Regulierungsperiode zugrundeliegenden Passagierwachstum beträgt kumuliert rund 10 Prozent, heisst es weiter. Treffen diese Annahmen ein, könne die angestrebte Verbesserung der Kostendeckung des Flugbetriebs mit der vorliegenden Verfügung erreicht werden, meint die Flughafenbetreiberin.

Flughafen kann Anpassungsantrag stellen

Sollten in der Periode von 2014-2017 nicht vorhersehbare Ereignisse eintreten, welche die Kosten- oder Ertragssituation «wesentlich negativ» beeinflussen, bleibt jedoch eine Hintertür: Dann habe der Flughafen die Möglichkeit, dem BAZL einen Gebührenanpassungsantrag einzureichen. Dies kann den Angaben zufolge frühestens am 1. Februar 2016 geschehen.

Mit den am Berichtstag verfügten Tarifen seien rund 85 Prozent der regulierten Einnahmen abgedeckt, so der Flughafen weiter. Der restliche Teil entfalle auf die sogenannten Nutzungs- und Zugangsentgelte, welche dem BAZL nicht beantragt worden seien. Diese müssten nach erfolgter Publikation durch den Flughafen lediglich auf Antrag von Nutzern überprüft werden.

Spätester Umsetzungszeitpunkt für diese Entgelte ist gemäss Gebührenverordnung der 1.Juni 2015. Der Flughafen plane deren Umsetzung aber bereits in den nächsten Monaten, heisst es.

(awp/muv/aho)