«De facto ist Italien aus dem Euro raus.» Beppe Grillo, italienischer Politiker und Überraschungssieger der Parlamentswahl findet im Interview mit dem «Handelsblatt» klare Worte. Der Vorsitzende der Partei «Movimento 5 Stelle» («Fünf Sterne») glaubt nicht an eine europäische Solidarität. Die nordeuropäischen Staaten würden Italien nur so lange halten, «bis sie die Investitionen ihrer Banken in italienische Staatsanleihen wieder reingeholt haben. Dann werden sie uns fallen lassen wie eine heisse Kartoffel.»

Grillo deutete zudem eine Volksentscheidung zum Euro an. Weil den Austritt nicht alleine entscheiden könne, schlägt er ein Online-Referendum zum Euro vor.

Harsche Kritik an Monti

Im Interview rechnet Grillo desweitern mit dem bisherigen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti scharf ab: Der 64-Jährige nennt ihn «Konkursverwalter im Namen der Banken». Statt oben bei den Topverdienern und im Staatsapparat zu kürzen, hätte Monti den Bürgern unten höhere Steuern aufgebrummt, so Grillo.

Grillo sieht sich aber nicht als Anti-Europäer. «Europa muss keine Angst haben», heisst es im Interview weiter,  er im Handelsblatt-Interview, er fordere aber eine deutliche Umkehr und «mehr Demokratie».

(vst/se)