Noch hat das Stimmvolk nicht über die Abzocker-Initiative entschieden. Doch bereits zeichnet sich ein Streit um die Umsetzung des Begehrens ab. Offenbar gehen die meisten Politiker davon aus, dass die Initiative in einer Woche angenommen wird.

Schon morgen Montag wird die SP ihre Vorschläge dazu präsentieren, wie Rercherchen der «NZZ am Sonntag» ergaben. Die Sozialdemokraten fordern als Erstes eine Verordnung, mit der die Initiative sofort und lückenlos umgesetzt wird. Dann soll ein Gesetz folgen, das weit über den Initiativtext hinausgeht.

Die SP möchte erneut eine Bonussteuer: Firmen könnten so Vergütungen ab drei Millionen Franken nicht mehr von der Steuer abziehen. Zudem soll im Gesetz eine Höchstquote für das Verhältnis zwischen Grundlohn und Bonus festgelegt werden.

Völlig chancenlos ist zumindest die Bonussteuer nicht. «Ich kann mir gut vorstellen, dass wir wieder auf diesen CVP-Vorschlag zurückkommen», sagt CVP-Ständerat Pirmin Bischof. Weiter rechts ist die Steuer indes tabu. Dort will man sich dafür einsetzen, dass die Abzocker-Initiative wirtschaftsverträglich umgesetzt wird. «Das Parlament wird nicht alle 24 Forderungen von Minder tel quel übernehmen können», sagt FDP-Nationalrat Ruedi Noser.

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(chb)