Die sogenannte Eignerstrategie des Gemeinderats sah vor, dass die Gemeinde Saanen, zu der Gstaad gehört, etwa zehn Millionen Franken abschreibt und für rund 35 Millionen neue Verpflichtungen zugunsten der Bahnen eingeht. Dazu hätte auch die Saaner Steueranlage erhöht werden sollen. Die Bürger der Gemeinde im Kanton Bern wollen davon aber nichts wissen. Sie haben am Freitagabend den Vorschlag des Gemeinderats abgelehnt.

Stattdessen nahmen die Bürger von Saanen einen Rückweisungsantrag an, der von der Exekutive der Berner Oberländer Gemeinde fordert, eine «konsequente Sanierung» umzusetzen. Auch solle ein Bergbahnangebot erarbeitet werden, das den Ansprüchen der Destination Gstaad-Saanenland entspreche. Saanens Gemeindepräsident Aldo Kropf sagte während der Versammlung, wenn die Bürger das Sanierungsprogramm ablehnten, drohe der Bergbahngesellschaft schon bald die Insolvenz. Nach der Versammlung bekräftigte er auf Anfrage, er sehe für die Firma schwarz.

Bei isolierten Anlagen das Angebot zurückfahren

Saanens Gemeinderat wollte den Gstaader Bergbahnen wieder vermehrt unternehmerischen Handlungsspielraum geben, sie marktfähig und so für private Investoren attraktiv machen. Deshalb sah er vor, die Bahnen auf ein Kernangebot zu beschränken, bei isolierten Anlagen das Angebot zurückfahren und das Aktienkapital der Gemeinden der Region von heute über 50 auf maximal 35 Prozent zu beschränken. Zuvor brauche es aber das Restrukturierungsprogramm.

Die Gegner der Vorlage hielten dem entgegen, es sei nicht das erste Mal, dass sich die Saaner Bürger zu einer Bergbahnsanierung äussern müssten. Nun müsse man auch mal Nein sagen. Zu viel sei noch unklar, hiess es auch an der von fast 1000 Personen besuchten Gemeindeversammlung in der Tennishalle von Gstaad.

(sda/se)