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Verdacht
Berlin prüft CO2-Werte von 30 Automodellen

Auspuff: Abgas-Werte diverser Automodelle stehen im Visier der Prüfer. Keystone

In der Abgasaffäre in der Autobranche hat das deutsche Verkehrsministerium bei 30 Automodellen einen auffällig hohen Kohlendioxid-Ausstoss gemessen.

Veröffentlicht am 20.05.2016

Bei Untersuchungen auf erhöhte Stickoxid-Werte bei Dieselautos sei man bei 30 Fahrzeugen auch auf Auffälligkeiten beim CO2-Ausstoss gestossen, teilte das deutsche Verkehrsministerium mit. Die Tests liefen jedoch noch, Ergebnisse könnten noch nicht mitgeteilt werden.

Anders als bei Stickoxid existieren jedoch für einzelne Modelle keine Grenzwerte für CO2 oder den Spritverbrauch, die zusammenhängen. Bei Abweichungen von mehr als zehn Prozent gegenüber den Herstellerangaben kann jedoch eine rechtlich relevante Verbrauchertäuschung vorliegen.

Steuergeschenke

Die CO2-Werte sind zudem relevant, weil sie eine Komponente bei der Berechnung der Fahrzeugsteuer darstellen. Zu niedrige CO2-Angaben würden also die Steuer ungerechtfertigt senken.

Im vergangenen November hatte Verkehrsminister Alexander Dobrindt angekündigt, die Firmen müssten dann gegebenenfalls die Steuern für die getäuschten Kunden nachzahlen. Damals stand VW im Verdacht, auch CO2-Werte manipuliert zu haben.

Zu hoher Spritverbrauch

Das Nachrichtenmagazin «Spiegel» berichtete, bei Messungen auf dem Prüfstand des TÜV Nord in Essen habe ein Opel-Zafira-Modell statt der angegebenen 109 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer 127 Gramm pro Kilometer ausgestossen. Das entspreche auch beim Spritverbrauch einer Überschreitung von 16,5 Prozent.

Opel bestritt aber erneut, dass es illegale Software zur Reduzierung der Abgasreinigung einsetze. «Unsere Motoren erfüllen die gesetzlichen Vorschriften», erklärte das Unternehmen.

Bei den Stickoxid-Tests hatte die Untersuchungskommission abgesehen von VW-Modellen keine weiteren illegalen Abschalteinrichtungen gefunden. Allerdings nutzten praktisch alle Hersteller Spielräume in den EU-Regelungen, die eine Reduzierung der Abgasreinigung zum Motorschutz erlauben. Dobrindt will nun auf europäischer Ebene darauf dringen, diesen Spielraum deutlich zu verkleinern.

(sda/chb)

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