Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der vor zwei Wochen in Mailand wegen Steuerhinterziehung zu vier Jahren Haft verurteilt worden war, ist auch für entsprechende Vergehen während seiner Amtszeit als Premier verantwortlich. Dies geht aus der Urteilsbegründung des Mailänder Gerichts hervor, die veröffentlicht wurde.

Angesichts der gravierenden Delikte könne man bei Berlusconi keinen strafmildernden Umstand berücksichtigen, betonten die Richter. Berlusconi sei der wahre Nutzniesser des Systems von Briefkastenfirmen, mit denen seine Fernsehgruppe Mediaset die Preise für Übertragungsrechte von Filmen künstlich in die Höhe getrieben habe.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

In illegale Operationen verwickelt

Durch solche Transaktionen soll Berlusconis Gruppe die Gewinne für Mediaset in Italien gesenkt haben, um weniger Steuern bezahlen zu müssen. Er sei unumstritten für die illegalen Operationen verantwortlich, so die Richter.

Berlusconi wies die Vorwürfe zurück. Er erklärte sich erneut als Opfer einer Justiz-Verfolgung. Damit würden die Richter versuchen, ihn aus der Politik zu drängen. Der Ex-Premier äusserte die Hoffnung, dass das Kassationsgericht in Rom, vor dem der Mediaset-Prozess in letzter Instanz stattfinden wird, ihn freisprechen werde.

(tke/chb/sda)