Die Rechtsanwälte und Anhänger von Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi feiern seinen Freispruch vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs und des Geschlechtsverkehrs mit der minderjährigen Nachtklubtänzerin Karima El Marough alias «Ruby Herzensbrecherin». «Dieser Freispruch hat meine rosigsten Erwartungen übertroffen», kommentierte Berlusconis Verteidiger Franco Coppi am Freitag.

Der Freispruch sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass Berlusconi das wahre Alter der minderjährigen Marokkanerin «Ruby» nicht kannte, die in seiner Luxusresidenz in Arcore verkehrte.

«Geschichte des Landes geändert»

Die Staatsanwälte sehen die Lage anders. Berlusconi habe Ruby zur Prostitution «gezwungen». Ausserdem hätten mehrere Verteidigungszeugen vor Gericht gelogen, um Berlusconi zu entlasten. Der Verdacht lautet ihrer Ansicht nach, dass sie für ihre Falschaussagen von Berlusconi Geld erhalten haben.

«Endlich die Wahrheit. Schade, dass all die Lügen um Berlusconi die politische Geschichte unseres Landes geändert haben», kommentierte eine Parlamentarierin von Berlusconis konservativer Oppositionspartei Forza Italia, Daniela Santanche.

Kein Kommentar von Berlusconi

Während das Urteil gefällt wurde, befand sich Berlusconi im Seniorenheim in Cesano Boscone bei Mailand, wo er seit zwei Monaten Sozialdienst leistet. Er verliess das Seniorenheim, ohne seinen Freispruch gegenüber den auf ihn wartenden Journalisten zu kommentieren.

Anzeige

Berlusconi war im Juni vergangenen Jahres in erster Instanz wegen bezahlten Sex mit Minderjährigen und Amtsmissbrauchs verurteilt worden. Er focht das Urteil an. In dem Berufungsprozess war die Staatsanwaltschaft bei der Forderung nach sieben Jahren Haft geblieben.

(sda/gku)