Die vier bernischen Sozialinspektoren haben im vergangenen Jahr 40 Fälle von Sozialhilfemissbrauch aufgedeckt. Das führte zu Rückerstattungsforderungen im Umfang von knapp 400'000 Franken.

Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den der Verein Sozialinspektion am Freitag veröffentlicht hat. Die Organisation unterstützt seit Sommer 2012 die bernischen Sozialdienste, wenn ein Verdacht auf Sozialhilfemissbrauch besteht.

94 abgeschlossene Fälle

Bis Ende 2014 bearbeiteten die Inspektorinnen und Inspektoren insgesamt 180 Fälle. Davon konnten im vergangenen Jahr 94 abgeschlossen werden. In 40 Fällen erhärtete sich der Missbrauchsverdacht, in 37 wurde er entkräftet und in 17 Fällen konnte der Verdacht weder erhärtet noch entkräftet werden.

In rund einem Drittel der untersuchten Fälle wurde die Einkommens- und Vermögenssituation der Sozialhilfebezüger überprüft. An zweiter Stelle der Verdachtsgründe stand die Wohnsituation. Weil die Haushaltsgrösse einen Einfluss auf die Höhe der Sozialhilfe hat, musste geklärt werden, wie viele Personen in einer Wohnung leben.

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Abklärungen werden rege nachgefragt

Die Nachfrage nach Sozialinspektionen ist nach Angaben des Vereins leicht steigend. Immer mehr Gemeinden und regionale Sozialdienste geben demnach Abklärungen in Auftrag.

Zahlreicher seien auch die Sprechstunden gewesen, die direkt bei den Sozialdiensten durchgeführt werden. Diese dienten dazu, rasch unklare Fälle zu besprechen und gemeinsam mit den Inspektoren zu entscheiden, wo eine Inspektion notwendig sei und wo die Sozialdienste selbst weitere Abklärungen vornehmen könnten.

(sda/ise/ama)