Der Berner Regierungsrat hat das heikle Thema der üppigen Sitzungsgelder, die Regierungsrätinnen Barbara Egger-Jenzer (SP) und Beatrice Simon (BDP) für Verwaltungsratssitzungen beim Berner Energieversorger BKW Energie AG kassieren, am kommenden Mittwoch traktandiert - wenn auch nicht auf der offiziellen Traktandenliste, wie die Zeitung «Schweiz am Sonntag» schreibt. Regierungsnahe Kreise sprechen gegenüber der Zeitung von «offenem Streit» im Gremium: Regierungsräte, die keine oder wenige Nebeneinkünfte haben, verlangen Transparenz. Namentlich Regierungsrätin Egger-Jenzer sträubt sich dagegen.

Auslöser Conti

Nach dem Rücktritt des Basler Regierungsrats Carlo Conti (CVP) wegen unrechtmässig bezogenen Honoraren von 110’000 Franken sind jetzt auch die überdurchschnittlich hohen Bezüge im Kanton Bern publik geworden. Demnach kassieren Egger-Jenzer und Simon pro Verwaltungsratssitzung 2000 Franken.

Zeitbombe tickt in Bern

Was sich bei Simon auf 25’000 Franken pro Jahr zusammenläppert, stieg bei Egger im Jahr 2012 wegen Sitzungen von Sonderausschüssen unter anderem zum Thema Atomausstieg auf 90’000 Franken, wovon die Hälfte auf ihr Konto geflossen ist. 2011 kam Egger noch auf vergleichsweise bescheidene 39’000 Franken. Insider sprechen gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag» von «einigen Bomben», die im Berner Regierungs- und Verwaltungsapparat ticken würden. Die Rede ist von Honoraren über 40’000 Franken bei einem Verwaltungsangestellten und von Gratisparkplätzen für Verwaltungsräte der Berner Parking AG.

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Sitzungsgelder bereits im Sommer 2013 Thema

Nach Recherchen der «Schweiz am Sonntag» kam es im Berner Regierungsrat bereits im Sommer 2013 zu einer Aussprache über die hohen Sitzungsgelder von Egger-Jenzer und Simon, als aufflog, dass der Solothurner Regierungsrat Christian Wanner (FDP) als Alpiq-Verwaltungsrat 100’000 Franken kassierte. Bereits damals verlangten Regierungsräte Transparenz. Den Hinweis eines Kollegen, in 20 Schweizer Kantonsregierungen würden die Regierungsräte weniger verdienen als im Kanton Bern, quittierte SP-Regierungsrätin Egger-Jenzer mit dem Satz: «Aber in fünf Kantonen ist es mehr».

(tke)