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Berset zieht positive Bilanz seiner China-Reise

Berset zieht positive Bilanz seiner China-Reise
Alan Berset in China: Die Gespräche vor einem Bild der grossen Mauer. (Bild: Keystone)

Bundesrat Alan Berset hat in den letzten Tagen China besucht. Der Gesundheitsminister sieht die Ziele der Reise als erfüllt an.

Bundesrat Alain Berset hat zum Abschluss seiner China-Reise mit einem Besuch bei Pro Helvetia in Shanghai noch einmal die Chance genutzt, die Zusammenarbeit zwischen Bern und Peking beim Kulturaustausch zu vertiefen. Auch von den Spitalpartnerschaften erhielt Berset einen Eindruck.

Der Bundesrat zog denn auch eine positive Bilanz. Alle Ziele der Reise seien erreicht worden. Insbesondere sei die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen vertieft worden, sagte Peter Lauener, Sprecher des Eidg. Departements des Innern (EDI), auf Anfrage.

Wertvolle Forschungszusammenarbeit

Seit 2005 können Spitäler beider Länder auf der Basis eines Memorandum of Understanding (MoU) zusammearbeiten. Solche Spitalpartnerschaften bestehen etwa zwischen den Kantonen Basel-Stadt und Genf mit chinesischen Kliniken in Shanghai und Shenzhen.

Carlo Conti, Basler Regierungsrat und Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, der Berset bei seinem Chinabesuch begleitete, bezeichnete diese Zusammenarbeit am Samstag vor den Medien in Peking als sehr «wertvoll».

Am Sonntag besuchte die bundesrätliche Delegation eines der Partnerspitäler, das Shanghai East Hospital. Im Zentrum der Partnerschaft steht die Forschungszusammenarbeit, wie Lauener erklärte.

So können Schweizer Mediziner in chinesischen Spitälern Erfahrungen sammeln und dabei etwa von der grossen Anzahl Operationen profitieren, welche in China durchgeführt werden.

Kontaktpflege für MedTech-Vertreter

Auch die Vertreter der MedTech-Branche, die Berset begleiteten, konnten in Shanghai Kontakte knüpfen mit Schweizer Unternehmern, die bereits den Zugang zum chinesischen Gesundheitsmarkt geschafft haben, wie Lauener weiter sagte.

Bereits jetzt sei China in den Top-Ten der Exportmärkte für Schweizer MedTech-Unternehmen. Aufgrund der Tatsache, dass sich immer mehr Menschen in China medizinische Produkte leisten könnten, sei das Wachstumspotenzial enorm.

Am Samstag hatte der Gesundheitsminister in Peking die chinesische Ministerin für Gesundheit, Li Bin, getroffen. Zur Sprache kam etwa die Situation des Gesundheitspersonals.

Ein Sozialversicherungs-Abkommen steht laut Lauener kurz vor Abschluss. Von einem solchen Abkommen würden die in China arbeitenden Schweizerinnen und Schweizer profitieren. Sie müssten bei Entsendung nur noch in ihrem Heimatland Sozialabgaben zahlen.

Offene Ansprechpartner

Auch die Teilnahme an der Eröffnung des Chinese Health Forum war für Berset von Erfolg gekrönt. Er habe dort offene Ansprechpartner getroffen und alle Fragen erörtern können, die er gewollt habe, sagte Berset am Samstag vor den Medien.

Das Forum befasst sich hauptsächlich mit Steuerungssystemen und Reformen im Gesundheitswesen. Das Forum ist eine hochrangige Diskussionsplattform zwischen Gesundheitsministern aus Europa, Asien und Afrika sowie Fachleuten des Gesundheitswesens.

Kampf dem illegalen Kulturgüterhandel

Ein zweiter Schwerpunkt der China-Reise des Bundesrats war die Zusammenarbeit im Kulturbereich. Bereits am Freitag hatte Berset in Peking ein Abkommen zum Kulturgüteraustausch unterzeichnet.

Die Schweiz und China wollen damit den illegalen Handel bekämpfen und den Austausch und Erhalt von Kulturgütern verbessern. Bei der vereinbarten Kooperation gehe es um archäologische Funde aus dem Zeitraum der prähistorischen Zeit bis 1500 nach Christus, sagte EDI-Sprecher Lauener.

Hintergrund der Vereinbarung sind Chinas Probleme mit illegalem Transfer von Kulturgütern auf der einen Seite. Anderseits habe die Schweiz als wichtiger Kunsthandelsplatz Interesse an dessen Sauberkeit, sagte Lauener.

Ein Bild des bestehenden Kulturaustausch zwischen Bern und Peking machte Berset sich am Sonntag, als er die Aussenstelle der Kulturstiftung Pro Helvetia in Shanghai besuchte. Diese hat seit ihrer Gründung 2010 bereits 500 Künstlerinnen und Künstler sowie rund 60 schweizerisch-chinesische Projekte von der Literatur bis hin zu experimenteller Musik betreut, wie Lauener sagte.

(tke/sda)

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