Das Europaparlament hat einen Beschluss über neue Regeln für Geldmarktfonds verschoben. Hintergrund war ein Streit darüber, wie streng die Regularien für diese Fonds sein sollen. Sie werden vor allem von Grosskonzernen genutzt, um Milliarden-Beträge zu parken.

Auch Banken nutzen die Fonds für kurzfristige Liquidität. Am umstrittensten ist die von der EU-Kommission eingebrachte Forderung, dass Geldmarktfonds, die ihren Investoren einen festen Rückkaufwert für ihre Fondsanteile garantieren (CNAV), künftig drei Prozent ihres verwalteten Vermögens als Kapitalpuffer vorhalten sollen.

Kosten und Nutzen analysieren

Verschoben wurde auch eine Entscheidung über die Regulierung im Bereich der Referenzzinssätze. Der Ausschuss für wirtschaftliche Angelegenheiten im Europaparlament sollte eigentlich über einen entsprechenden Entwurf abstimmen. Bereits am Freitag erklärte jedoch der Ausschussvorsitzende Sharon Bowles, mehrere Abgeordnete wollten zunächst eine Studie in Auftrag geben lassen. Darin sollten Kosten und Nutzen der geplanten Regulierung unter die Lupe genommen werden.

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Für beide Vorhaben wird die Zeit knapp. Das Europaparlament kommt im April letztmals vor der Sommerpause zusammen, Ende Mai sind die Europawahlen. Die legislative Arbeit dürfte danach ruhen, bis die neue EU-Kommission steht.

(reuters/dbe)